la banda ANTIX

Konzert mit Töbi Tobler und Ficht Tanner
23. Oktober 2010
20:00, im Keller von Lenggenhagers

Aufführende

„la banda ANTIX“ ist ein Kammerorchester, das geprägt ist durch Exklusivität und Einmaligkeit, da die 18 hochqualifizierten Musiker, die dem Ensemble angehören, in grossem Masse auch als Solisten und Kammermusiker hervortreten. Die vom merklichen Enthusiasmus seiner Mitglieder erfüllten Konzerte des im Jahre 2005 gegründeten Ensembles werden denn auch stets höchsten Ansprüchen gerecht. Dabei arbeitet „La banda ANTIX“ stets ohne Dirigenten – die Leitung liegt beim Mitbegründer des Ensembles, Igor Karsko. Das Ensemble hat im Sommer 2007 ein überaus erfolgreiches Doppelkonzert im Rahmen der „Musikfeste auf dem Lande“ des Schleswig-Holstein-Musik-Festival in Hamburg gegeben, so dass es wieder eingeladen wurde und im vergangenen Sommer wiederum erfolgreich aufgetreten ist. Zudem war es 2007 Orchestra in Residence des Musikfestivals Saas Fee. Im Frühling 2009 erregte es grosses Echo mit der Frühfassung der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach mit Konzerten in Luzern und Stans. Jede Stimme war solistisch besetzt, gespielt wurde auf historischem Instrumentarium.

www.la-banda-antix.ch

Bericht "Appenzeller Zeitung"

Klangschönheit und Spielkultur

Das Kammerorchester «La banda Antix» unter der Leitung von Igor Karsko präsentierte am Sonntag in Rehetobel ein begeisterndes Konzertprogramm – und setzte damit den Schlusspunkt unter die diesjährige Konzertreihe.
Ein erstklassiges Ensemble mit hervorragenden Solistinnen und Solisten sowie ein exquisites Programm prägten am Sonntag den Konzertabend des Kammerorchesters «La banda Antix» im Rahmen der «Konzerte in Rehetobel» in der reformierten Kirche. Die solistischen Höhepunkte des Abends setzten neben dem souveränen Orchesterleiter und Violinisten Igor Karsko die Oboistin Andrea Bischoff und die Violinistin Christina Gallati. Bischoff, die auch mit Blockflöte und Englischhorn brillierte, ist in Rehetobel aufgewachsen und hatte ergo ein «Heimspiel».

Klangliche Balance
Auch Igor Karsko, Dozent der Musikhochschule Luzern und Konzertmeister des Luzerner Sinfonieorchesters, ist hierzulande kein Unbekannter, denn schon vor zwei Jahren konnte der Vollblutmusiker in Rehetobel mit seinem hochkarätigen Ensemble einen beeindruckenden Konzerterfolg verbuchen. Auch am Sonntagabend boten das Kammerorchester und die Solistinnen und Solisten unter Karskos motivierender Führung als «Primus inter pares» ein internationales, hochwertiges Programm mit künstlerischer Prägung. Die leider nicht sehr zahlreiche Zuhörerschaft erlebte einen farbigen Bilderbogen musikalischer Kostbarkeiten aus der Barockzeit sowie aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Es war klangschöne, edle Programmmusik, engagiert und ausdrucksvoll musiziert. Bemerkenswert die Ausdruckskraft, die Kunst der authentischen musikalischen Artikulation, das Ausleuchten der Facetten verschiedenartigster Kompositionen und die klangliche Balance des aus insgesamt 13 Instrumentalisten bestehenden Ensembles. Bei diesem Konzert passte alles: Das schlichte Ambiente im akustisch stimmigen Kirchenraum, ein subtil musizierendes Ensemble mit solistischer Brillanz und ein exquisites Programm, das dem erwartungsfrohen Publikum ungetrübten Hörgenuss bereitete.

Tierlaute – lebendig und bunt
Die Vortragsfolge eröffnete das Kammermusikensemble mit origineller italienischer CantabileMelodik, dem schwungvollen «Capriccio stravagante» des am Hof in Dresden tätigen Italieners Carlo Farina (1600–1639). Die Besucherinnen und Besucher hörten effektvolle galante Musik, mit Esprit präsentiert. Es war amüsant, wie diverse Tierlaute, martialische Trommelwirbel, Landsknechtflöten und spanische Gitarren in diesem lebendigbunten Bilderbogen tonmalerisch präsentiert wurden. Es folgte – von Daniele Adoue für «La banda Antix» arrangiert – ein Wiegenlied («Berceuse») von Renato Pacotti (1930–1993): italienischer Belcanto in aussagekräftiger Tonsprache. Wunderschön, in samtenen Streicherklang eingebettet, war hierbei das Englischhorn-Solo von Andrea Bischoff. Ein Schwelgen in Gefühlen und satten Klangfarben und schattierungen brachte die stimmungsvolle dreisätzige «Serenade op. 22» des Engländers Edward Elgar (1857–1934), eine phantasievolle Komposition mit emotionaler elegischer Melodik und berührendem Ausdruck.
Programmmusik pur boten die reizvollen Charakterstücke «Die Heuschrecke» und «Die Wespe» von Benjamin Britten (1913–1976) in einem gelungenen Arrangement für Oboe und Streicher des jungen Schweizer Komponisten Philippe Kocher. Andrea Bischoff (Oboe) bewies einmal mehr exzellente Spieltechnik und facettenreiche Musikalität. Georg Telemanns dreisätziges Konzert «Die Relinge», eine humorvolle musikalische Illustration des Liebesspieles eines Froschpaares, entpuppte sich als Kabinettstück tonmalerischer Barockmusik. Die junge, temperamentvolle Violinsolistin Christina Gallati sorgte im transparenten, elanvollen Ensemblespiel mit respektablem Können für virtuose Glanzlichter.

Karskos umsichtige Führung
Einen prächtigen Schlusspunkt des Abends setzte das Kammerorchester mit Barockmusik par excellence – mit mehreren Sätzen aus der «Klingenden Geographie» von Georg Telemann (1681–1767). Igor Karsko, der seine «La banda Antix» als Primgeiger umsichtig führte, liess bei dieser humorigen musikalischen Charakterisierung europäischer Völker noch einmal die hohen Qualitäten seines Kammerorchesters aufleuchten. Die tief beeindruckten Zuhörer quittierten dieses Feuerwerk reiz und klangvoller Musik mit lang andauerndem Beifall.

(Appenzeller Zeitung, 6. Oktober 2010, Ferdinand Ortner)

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