Konzert Lenzin Moody Pasquier

Konzert Sebastian Wehrfritz (Klavier)
Sonntag, 4. November 2018
19:00 ref. Kirche

Peter Lenzin hat sich schon früh dem Saxophon verschrieben. Er studierte Klassik und Jazz an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Heute unterrichtet er einerseits an der Musikschule Saxophon und weist andererseits eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland auf. Sein künstlerisches Schaffen ist geprägt von Versiertheit in verschiedenen Stilen, Offenheit gegenüber Neuem und anderen Kulturen sowie der Verschmelzung von Klassik, Jazz und Volksmusik.

Helen Moody studierte zunächst Geschichte an der Universität Oxford, dann Musik an der Royal Academy of Music in London sowie an der Hochschule für Musik in Hannover. Noch während ihrer Ausbildung spielte sie als Aushilfe in verschiedenen Ensembles und war über mehrere Jahre Mitglied des internationalen Gustav Mahler Jugendorchesters. 2004 erhielt sie eine Anstellung als stv. Solo-Oboistin des Philharmonischen Orchesters in Freiburg im Breisgau. Helen Moody lebt heute als freischaffende Musikerin in St. Gallen, spielt als Zuzügerin in verschiedenen Orchestern und Ensembles und unterrichtet Oboe.

Claire Pasquier studierte in London Klavier und Geige und erlangte in Melbourne das Solistendiplom mit Auszeichnung. Sie war Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe. Studien und Engagements führten sie nach Italien, London und New York. In St. Gallen wurde sie als Solorepetitorin am Theater St. Gallen und bei den Bregenzer Festspielen verpflichtet. Heute arbeitet Claire Pasquier als freischaffende Pianistin und Begleiterin mit verschiedenen Ensembles und Sängern, u.a. dem Sinfonieorchester St. Gallen und den Wiener Symphonikern zusammen.

Programm

Madeleine Dring (1923-1977)
Danza Gaya

J. S. Bach (1685-1750)
Cantate

Madeleine Dring (1923-1977)
Italian Dance

Trad. Klezmer
La Marche des Manouches

Astor Piazzolla
(1921-1992)
Oblivion

James Rae (*1957)
Full Circle

Ennio Morricone (*1928)
Gabriel’s Oboe

Peter Lenzin (*1973)
Alpenpromenade

J.S. Bach (1685-1750)
Canonic Trio

Johann Pachelbel (1653-1706)
Canon in D

Zeitungsbericht

Melodiöser Musikgenuss
Rehetobel Peter Lenzin, Helen Moody und Claire Pasquier begeisterten in der Kirche mit einem unterhaltsamen Konzertprogramm von der Klassik querbeet bis hin zur Gegenwart.
Das Musikertrio bestehend aus dem Saxofonisten Peter Lenzin, der Oboistin Helen Moody und der Pianistin Claire Pasquier gestaltete unlängst in der reformierten Kirche in Rehetobel einen sehr vergnüglichen Konzertabend – einen «Ohrenschmaus» wunderschöner Melodien. Die hervorragenden Instrumentalisten begeisterten das Publikum mit einer abwechslungsreichen Folge melodiöser Soli, Duos und Trios aus den Bereichen Klassik, Jazz, Klezmer, Tango Nuevo sowie internationale Filmmusik. Ungewohnt – aber sehr reizvoll – die subtilen Arrangements für Saxofon und Oboe mit Klavier. Der Programmschwerpunkt lag bei Hits zeitgenössischer Komponisten aus aller Welt, wie des Argentiniers Astor Piazzolla (1921 – 1992), der englischen Tonschöpfer Madeleine Dring (1923 – 1977) und James Rae (geb. 1957), des Italieners Ennio Morricone (geb. 1928) und des Ostschweizers Peter Lenzin (geb. 1973), der schon im Vorjahr mit grossem Erfolg in Rehetobel gastierte.

Überzeugende Künstler
Die spieltechnisch und musikalisch überzeugenden Künstler bewiesen solistisch wie im Ensemble exzellentes Können, Improvisationskunst und Vielseitigkeit. Sie beeindruckten auch durch die Beherrschung diverser Musikstile und durch feinsinnige Vortragskunst. Dabei demonstrierten sie Offenheit für die Vereinbarkeit von Klassik, Jazz, Volks- und Unterhaltungsmusik, und bestätigten durch ausdrucksstarkes Spiel ihr künstlerisches Format. Peter Lenzin und Helen Moody beeindruckten durch gefühlvollen weichen Sound, Phrasierungskunst und die lebendige Gestaltung der Kantilenen. Die souveräne Pianistin Claire Pasquier war als versierte Solistenbegleiterin und im Trio eine kongeniale Partnerin, die unter anderem auch mit Gershwin-Jazzrhythmen solistisch glänzte.

Bunter Mix zündender Soli
Zu Konzertbeginn liessen ein bezauberndes J. S. Bach-Kantaten-Trio und das froh beschwingte «Danza Gaya» für Oboe und Klavier von Madeleine Ding aufhorchen. Es folgte nonstop ein bunter Mix zündender Soli im Duett oder Trio. Den Zauber des argentinischen Tangos erlebte man mit den sehnsuchtvollen Klangbildern von Piazzollas Tango Nuevos «Oblivion» und «Libertango». Der virtuose Sax-Solist erhielt auch als Komponist der originellen «Alpenpromenade» mit den frohen Volksmusik- und Jodler-Melodien viel Applaus. Helen Moody konnte sich mit effektvollen Soli-Parts, wie bei «Gabriel´s Oboe» und «Watermill », als famose Solistin auszeichnen. Spezielle Akzente setzte das Trio mit traditionellem Klezmer sowie dem Oboe-Sax-Duo «Full Circle» von James Rae und dem «Alexander´s Blues» von Peter Lenzin. Den stürmischen Beifall quittierte das Künstlertrio mit bejubelten Dacapos.

(Appenzeller Zeitung, 5. September 2018 / Ferdinand Ortner)

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