Konzert kammerorchester st. gallen

Konzert "kammerorchester sankt gallen",
Samstag, 24. Februar 2018,
19:00, evang.-ref. Kirche

Bereits zum zweiten Mal hat das kammerorchester sankt gallen einen Wettbewerb für junge Musiker und Musikerinnen ausgeschrieben. Als Preis lockte die Möglichkeit, in einer Konzertreihe als Solist oder Solistin mit einem Orchester aufzutreten und einmal auf einer richtig grossen Bühne einem breiteren Publikum sein Können unter Beweis zu stellen.
Aus rund zwei Dutzend Teilnehmenden präsentieren sich heute Abend die drei Preisträgerinnen. Sie haben die Jury nicht nur durch ihr beachtliches Können überzeugt, sondern sich auch durch ihre Art des Musizierens in deren Herz gespielt. Lassen Sie sich nun von diesen hoffnungsvollen Nachwuchskünstlerinnen in Bann ziehen. Begleitet werden die Solistinnen vom kammerorchester sankt gallen, unter der Leitung von Mathias Kleiböhmer und angeführt von der Konzertmeisterin Eveleen Olsen.

kammerorchester sankt gallen

Das kammerorchester sankt gallen wurde 2011 gegründet und ist aus dem ehemaligen st. galler kammerensemble hervorgegangen. Es setzt sich aus motivierten, qualifizierten Laienmusikerinnen und -musikern sowie einzelnen Berufsmusikerinnen und -musikern zusammen. Das Orchester setzt sich zum Ziel, mit seriöser Orchesterarbeit insbesondere auch jungen Musikerinnen und Musikern einen kontinuierlichen musikalischen Aufbau und damit eine eigentliche Orchesterschulung anzubieten und die Freude am gemeinsamen Musizieren zu fördern.
Neben dem Klangerlebnis für die Musizierenden möchte es den Funken des begeisternden Musizierens auch auf die Zuhörerinnen und Zuhörer überspringen lassen. Ungewöhnliche, einmalige Programme in neuen Zusammenhängen sollen überraschen, begeistern und klassische Musik lebendig und nahbar machen.

-> kammerorchester sankt gallen

Solistinnen

Raffaela Fürer spielt seit 7 Jahren Harfe. Die 16-jährige Fachmittelschülerin lernt bei Christine Baumann in Gossau. Begonnen hat sie auf der Keltischen Harfe. Nach dem Wechsel auf die Einfachpedalharfe nahm sie 2012 am Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb teil, wo sie im Final den 1. Preis gewann. Seit knapp einem Jahr nennt sie nun eine Doppelpedalharfe ihr Eigen. Daneben singt sie im Jugendchor der Domsingschule St. Gallen und ist Mitglied im Kinderchor und in der Statisterie des Theaters St. Gallen.
Minna Emilia Schmid wurde 2004 in Zürich geboren und lebt heute mit ihren Eltern in Flims. Seit dem Alter von 4 Jahren nimmt sie Unterricht bei Cathrin Kudelka, Geigerin des Tonhalle-Orchesters Zürich. Minna Schmid absolvierte auch bereits Meisterkurse bei Prof. Simone Zgraggen in Freiburg (D) und bei Andriy Viytovych in Solsona (ES). Minna gewann zahlreiche Preise an nationalen Musikwettbewerben und ist regelmäßig solistisch und kammermusikalisch in Konzerten zu hören.
Sophie Bright wurde 2004 in Frankreich geboren und wohnt in Romanshorn. Sie wuchs mit Jazz auf, als sie mit ihrer Posaune die Welt mit Swing Kids bereiste. Stipendiatin von Lyra, studiert sie in Begabtenförderung TG, und ist mehrfache Preisträgerin des SJMW und anderen Musikwettbewerben. Sie tritt mit Posaune und Trompete in verschiedenen Settings auf, oft mit dem Jazzquartett Jazzinating und dem Swing Quintett Coniglio Connection. Sie entdeckte eine Leidenschaft für klassische Musik dank ihres Posaunenlehrers Fredi Sonderegger.

Programm

Carl Ditters von Dittersdorf (1739 – 1799)
Konzert für Harfe
3. Satz Rondeau Allegretto

Felix Mendelssohn (1809 – 1847)
Sinfonia Nr. VII in d-Moll
Allegro – Andante

Pablo de Sarasate (1844 – 1908)
Zigeunerweisen für Solo-Violine, op. 20, für Streicherorchester bearbeitet von Wolfgang Birtel
Moderato – Lento – Un poco piu lento – Allegro molto vivace

Felix Mendelssohn
Sinfonia Nr. VII in d-Moll
Menuetto – Allegro molto

Lars-Erik Larsson (1908 – 1986)
Concertino für Posaune und Streichorchester, op. 45, Nr. 7
Preludium: Allegro pomposo
Aria: Andante sostenuto
Finale: Allegro giocoso

Pressebericht

Konzerterfolg junger Schweizer Solistinnen

Die Preisträgerinnen des Jugendwettbewerbs des St.Galler Kammerorchesters – Raffaela Fürer (Harfe), Minna Schmid (Violine) und Sophie Bright (Posaune) – boten bei einem Konzert in Rehetobel begeisternde Leistungsbeweise.

Das St.Galler Kammerorchester unter Leitung seines Dirigenten Mathias Kleiböhmer stellte beim Abo-Konzert im Rahmen der traditionellen Veranstaltungsreihe «Konzerte in Rehetobel» in der reformierten Kirche drei jugendliche Instrumental-Solistinnen vor. Sie waren Preisträgerinnen beim Jugendwettbewerb des St.Galler Orchesters. Am Wettbewerb hatten sich etwa zwei Dutzend junge Musiker und Musikerinnen beteiligt. Den sehr talentierten und souverän auswendig spielenden Instrumentalistinnen wurde in Rehetobel eine ideale Möglichkeit geboten, mit dem Kammerorchester vor Publikum öffentlich aufzutreten und Konzerterfahrung zu sammeln. Die fünfzehnjährige Harfinistin Raffaela Fürer aus Gossau, die dreizehnjährige Violinistin Minna Schmid aus Flims und die gleichaltrige Posaunistin Sophie Bright aus Romanshorn nützten diese Gelegenheit optimal, ihr respektables Können unter Konzertbedingungen zu zeigen und begeisterten Beifall zu ernten. Das abwechslungsreiche, von Musizierfreude und Wohlklang geprägte Programm umfasste nicht nur attraktive Solovorträge mit Orchester, sondern auch die vier Sätze der romantischen Streicher-Sinfonie Nr. VII in d- Moll von Felix Mendelssohn (1809 – 1847).

Bunter Melodienreigen

Dabei erfreute neben den hochtalentierten Solistinnen auch das gut 20 Mitglieder zählende Kammerorchester unter dem temperamentvollen Dirigat von Mathias Kleiböhmer durch nuanciertes Ausdrucksvermögen, Klangschönheit und Spielkultur. Sehr beeindruckend die einfühlsame Begleitung der Solistinnen durch das von Konzertmeisterin Eveleen Olsen sorgsam geführte homogene Streicherensemble! Das Konzert eröffnete die Harfensolistin Raffaela Fürer mit dem reizvollen Vortrag des gefälligen Rondos aus dem beliebten Harfenkonzert des Haydn-Freundes und Hofkomponisten Carl Ditters von Dittersdorf (1739 – 1799). Die Zuhörer waren von den klanglichen Nuancen, dem Liebreiz der Harfen-Register, den silberhellen Arpeggien und den feinen Dialogen mit den Streichern entzückt. Zwei melodiöse Sätze der romantischen Mendelssohn- Streichersinfonie – ein expressives «Allegro» und ein klangschönes «Andante»- leiteten über zu den zündenden «Zigeunerweisen » des Spaniers Pablo de Sarasate (1844 – 1908). Beim fesselnden Vortrag dieses virtuosen viersätzigen Violin-Solostücks – eines brillanten ungarischen Csárdás – bewies die selbstbewusst spielende Minna Schmid erstaunliches virtuoses Können. Sie meisterte die technischen und rhythmischen Finessen und die rasanten Tempi bewundernswert sicher und liess dabei auch die farbenreiche Melodik effektvoll erblühen. Stimmungsvolle höfische Unterhaltungsmusik präsentierte das Orchester mit dem fröhlichen «Menuetto» und dem fugierten rasanten Finalsatz der Mendelssohn- Sinfonie. Zeitgenössische elegische Klänge hörten wir beim anspruchsvollen dreisätzigen Concertino für Posaune und Streichorchester, op. 45, Nr. 7 des Schweden Lars-Erik Larsson (1908 – 1986). Hier konnte die sehr talentierte Posaunistin Sophie Bright ihre hohen musikalischen und spieltechnischen Qualitäten wirkungsvoll zeigen. Bei der kantablen «Aria» demonstrierte sie unter anderem ihre klangvolle Tongebung, die Beherrschung eines grossen Tonumfanges und eine subtile Spielkultur. Auch im bewegten und besonders rhythmisch diffizilen Finalsatz beeindruckten die Soli und das nahtlose Zusammenspiel mit dem Orchester. Mit dem Leonard- Bernstein-Titel «Elegy for Mippy» als Zugabe beschloss die Solo-Posaunistin unter stürmischem Beifall den bunten Melodienreigen.

(Appenzeller Zeitung, 26.02.2018 / Ferdinand Ortner)

Lesegesellschaft Dorf, 9038 Rehetobel, michael@mrkunz.ch