Konzert Tchinaeva

Konzert Anna Tchinaeva (Violine) und
Inga Kazantseva (Piano),
Sonntag, 6. Märzt 2016,
17:00, evang.-ref. Kirche

Programm

Ludwig van Beethoven (1712 – 1773)
Sonate für Klavier und Violine Nr. 5, F-Dur, Op. 24
- „Frühlingssonate“ Allegro
- Adagio molto espressivo
- Scherzo: Allegro molto
- Rondo: Allegro ma non troppo

Sergei Rachmaninov (1873 – 1943)
Melodie E-Dur, Klaviersolo

Gabriel Pierné (1863-1937)
Etude de concert c-moll, Op. 13, Klaviersolo


César Franck (1822-1890)
Sonate A-Dur für Violine und Klavier
- Allegretto moderato
- Allegro
- Recitativo – Fantasia. Moderato
- Allegretto pocco mosso

Anna Tchinaeva

spielte bereits mit neun Jahren erstmals als Solistin mit Orchester und gewann mehrere Preise bei Jugendwettbewerben. Danach wurde sie durch die Stiftung «Junge Virtuosen von Nishnij Novgorod» gefördert. Die Studien an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und an der Hochschule für Musik «Franz Liszt» in Weimar schloss sie 2003 mit dem Solistendiplom ab. Sie gewann erste Preise in den Kategorien Violine solo und Kammermusik des Internationalen Musikwettbewerbes der U.F.A.M. in Paris. Seit 2004 gehört sie dem Zürcher Kammerorchester an. Ausserdem wirkt sie regelmässig mit im Orchester des Opernhauses Zürich sowie im Orchestre de Chambre de Genève.

Inga Kazantseva

begann ihr Studium 1981 in Nizhnij Nowgorod. 1992 wechselte sie an das renommierte Glinka-Konservatorium, wo sie Unterricht nahm und erste Preise in Klavier, Unterricht und Klavierbegleitung gewann. Im Anschluss daran besuchte sie Hochschule für Musik in Detmold, wo sie 2004 das Konzertexamen mit Auszeichnung ablegte.Inga Kazantseva nahm an mehreren Kursen und Meisterklassen teil und gewann mehrere internationale Wettbewerbe. Ihre Auftritte führten sie nach Dortmund zur Nordwestdeutschen Philharmonie, zu den Philharmonie Orchestern von Nizhnij Nowgorod und Kostroma, dem Royal Stockholm Opera Orchestra, in die Pariser Salle Cortot, die Strassburger Rheinoper, an das Chopin Festival, an das internationale Geografie-Festival in Saint-Dié-des-Vosges und an das Festival «Bilder einer Ausstellung» in Nizhnij Nowgorod. Auf Einladung der Strassburger Philharmonie Orchester brachte Inga Kazantseva im 2012 in zehn Konzerten, die ähnlich einer Promenade an atypischen Orten der Stadt gegeben wurden, sämtliche 32 Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven zum Vortrag.

Zeitungsartikel

Brillante Violin- und Klaviersoli
Das russische Künstlerinnen-Duo, bestehend aus Anna Tschinaeva an der Violine und Inga Katsantseva am Klavier, brillierte am Sonntag in der reformierten Kirche Rehetobel mit einem hochkarätigen klassischen Konzertprogramm.

Rehetobel. Ein Musikevent, das begeisterte, erlebte ein aufgeschlossenes Publikum am vergangenen Sonntag in der reformierten Kirche Rehetobel bei einem Duo-Abend der «Konzerte in Rehetobel 2016». Das Programm umfasste Highlights der Kammermusik prominenter Komponisten des 19.und beginnenden 20. Jahrhunderts.
Der Bogen spannte sich von Beethovens berühmter «Frühlingssonate » und virtuosen Klavier-Solostücken von Sergei Rachmaninov (1873 bis 1943) und Gabriel Piern´e (1863 bis 1937) bis zur hochkarätigen Sonate in A-Dur des französischen Romantikers César Franck (1822 bis 1890).
Die künstlerische Aufgabe, diese faszinierende Musik authentisch und mit subtilem Ausdruck und virtuoser Brillanz zu interpretieren, löste das Instrumental-Duo eindrucksvoll. Die Violinistin erfreute – konzentriert und beherzt musizierend – mit klangschönem, blühendem Ton und reichem Ausdrucksvermögen.
Die Pianistin überzeugte sowohl als exzellente Solistin mit guter Spieltechnik und reifer Musikalität als auch als mitgestaltende Partnerin, die Sicherheit ausstrahlte und musikalische Akzente setzte.

Violinsonaten und Klaviersoli
Der Abend wurde mit der Violinsonate in F-Dur von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) – der «Frühlingssonate» – eröffnet.
Schon im «Allegro»-Kopfsatz, der auf einem vielfältigen Themenkomplex basiert, schufen die beiden Künstlerinnen in melodiösen Dialogen durch elanvolles Spiel eine heitere Konzertatmosphäre.
Im expressiven «Adagio» erfüllten sie die innige, von Arabesken umrankte Melodielinie mit feiner Klangpoesie. Nach dem rhythmisch diffizilen, kecken «Scherzo» spielten sie auch das farbige «Rondo»-Finale mit seinen kontrastierenden Themen und dem schwungvollen Schluss sehr präzis und dynamisch.
Mit dem expressivem Klavier-Solo «Melodie E-Dur» von Sergei Rachmaninov hörten wir ein populäres Salonstück spätromantischer russischer Klaviermusik, dessen charakteristische melancholisch-pathetische Klangpracht, die dramatischen Aufschwünge und die sinnliche Eleganz die Pianistin im vollgriffigen Klaviersatz wirkungsvoll aufleuchten und sanft ausklingen liess. Als virtuoses Bravourstück mit romantischer Melodik in transparenter farbiger Instrumentation entpuppte sich die Konzert-Etüde in c-Moll, Opus 13, des Franzosen Gabriel Pierné. Die Pianistin ging voll aus sich heraus und meisterte das reiche Figurenwerk, die perlenden Läufe und die wilden Akkordkaskaden souverän.

Mitreissendes Finale
Packend auch die Wiedergabe der Sonate in A-Dur für Violine und Klavier von César Franck. Während die Violinistin durch emotionsgeladenen Vortrag brillierte, gefiel die Pianistin durch temperamentvolles Spiel. Die Sonate sprühte vor Kreativität, Phantasie und Gefühlsüberschwang.
Wunderschöne Melodien und lyrische Szenen wechselten mit dramatischen Steigerungen, schwebenden Rhythmen und ekstatischer Erregung.
Auf das träumerische «Allegretto » mit dem markanten, die Sätze zyklisch verbindenden Terz-Motiv folgten ein leidenschaftlich erregtes «Allegro» und als spezielle Glanzpunkte eine wunderschöne, kontrastreiche «Fantasia» sowie ein furioses Finale.

(Appenzeller Zeitung, 9. März 2016 / Ferdinand Ortner)

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