Konzert Quartett

Konzert Bischoff, Hée, Krkuleski und Schneider,
19:00 Ref. Kirche

Programm

Francis Poulenc (1899-1963)
Trio für Oboe, Fagott und Klavier
Presto
Andante
Rondo
Ludwig van Beethoven
(1770-1827)
Duo Nr. 3 für Klarinette und Fagott
Allegro sostenuto
Aria con variazioni. Andantino con moto - Allegro assai
Robert Schumann
(1810-1856)
Adagio und Allegro für Oboe und Klavier

W. A. Mozart (1756-1791)
Trio KV 229 für 3 Bassetthörner arrangiert für
Oboe, Klavier und Fagott
Allegro
Menuetto
Adagio
Menuetto
Rondo. Allegro assai
Paul Gilson
(1865-1942)
Trio für Oboe, Klarinette und Klavier
Allegro moderato
Andante
Presto
Alexandre Tansmann
(1897-1986)
Suite pour Trio d’anches
Dialogue
Scherzino
Aria
Finale
Sandor Veress
(1907-1992)
Sonatina für Oboe, Klarinette und Fagott
Allegro giocoso
Andante
Grave. Allegrissimo

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Claudia Hée

Claudia Heé erhielt ihren ersten Klavierunterricht mit sieben Jahren. Mit zwölf Jahren erreichte sie einen ersten Preis, es folgten zahlreiche weitere Anerkennungen und Stipendien. 1996 schloss sie das Lehrdiplom an der Mu-sikhochschule Winterthur mit Auszeichnung ab. An der Musikhochschule in München erwarb sie bei Prof. G. Pirner das Konzertdiplom. Claudia Heé vertiefte ihr pia-nistisches Können bei Prof. D. Varsi in Berlin und be-suchte Meisterkurse bei H. Francesch, G. Sebök und A.v. Arnin sowie Kammermusikkurse bei S. Kiefer, H. Meyer und dem Carmina Quartett. Sie lebt heute in Frauenfeld. Nebst ihrer Lehrtätigkeit am Konservatorium

Andrea Bischoff

Andrea Bischoff besuchte ihren ersten Oboenunterricht bei Manoutcher Sahbai. Nach der Matura studierte sie Oboe bei Louise Pellerin in Zürich (Lehr- und Or-chesterdiplom) und anschliessend bei Heinz Holliger an der Musikhochschule in Freiburg im Breisgau, wo sie das Konzert- und Solistendiplom mit Auszeichnung abschloss. Sie ist Mitglied verschiedener Kammermusikensembles und zudem bei der Camerata Salzburg, dem Berner Symphonieorchester und der Camerata Zürich engagiert. Seit 1997 ist sie Solo Oboistin im Luzerner Sinfonieorchester. 2005 gründete sie «la banda ANTIX». Andrea Bischoff beschäftigt sich intensiv mit Ba-rockoboe und ist Mitbegründerin des Barockensembles «La Gioconda».

Stojan Krkuleski

Stojan Krkuleski, studierte in Belgrad bei Ante Grgin und an der Hochschule für Musik in Basel bei François Benda Klarinette. Er besuchte Meisterkurse bei G. J. Pokorny, M. Bekavac, Paul Meyer und F. Benda und war bei internationalen Wett-bewerben erfolgreich. Er wirkte u.a. im Symphonieorchester des serbischen Rund-funks und Fernsehens und beim Opernorchester des Nationaltheaters in Belgrad und trat als Solist mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Mün-chener Kammerorchester, dem Philharmonischen Orchester in Sarajevo und dem Kammerorchester Basel auf. Seit 2014 ist Stojan Krkulseski Solo Klarinettist des Luzerner Sinfonieorchesters.

Till Schneider

Till Schneider, beginnt seinen Fagottunterricht mit zehn Jahren bei Janos Mesza-ros. 2012 schliesst er sein Studium am Conservatorio della Svizzera italiana bei Gabor Meszaros ab. Er besucht Meisterkurse bei D. Jensen, A. Holder und K. Thunemann. Bereits während des Studiums verfolgt Till Schneider eine rege Konzerttätigkeit mit den unterschiedlichsten Kammermusik-Formationen. Als So-list tritt er u.a. mit dem Luzerner Sinfonieorchester und mit den Budapest Strings auf. Nach dem Studium folgt ein Praktikum beim Sinfonieorchester Basel. Seither lebt Till Schneider als freischaffender Musiker in Basel, spielt als Zuzüger in den unterschiedlichsten Orchestern in der Schweiz und ist begeisterter Kammermusiker.

Zeitungsartikel

Kammermusik par excellence

REHETOBEL ⋅ Das Solisten-Trio 5 mit Andrea Bischoff (Oboe), Stojan Krkuleski (Klarinette) und Till Schneider (Fagott) sowie die St.Galler Pianistin Claudia Heé begeisterten mit kammermusikalischen Kostbarkeiten.

Das Schweizer Bläser-Trio 5 gestaltete am Sonntagabend gemeinsam mit der Pianistin Claudia Heé in der reformierten ­Kirche Rehetobel ein Kam­mer­musikkonzert, dessen erstklassiges internationales Programm mit delikaten Werken für Holzblasinstrumente und Klavier die Zuhörer gefangennahm und wiederholt zu spontanem Beifall animierte. Schwerpunkte des abwechslungsreichen Konzerts waren vor allem Instrumentaltrios aus Klassik und Romantik und von auch weniger bekannten Komponisten um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Die ambitioniert musizierenden Künstlerinnen und Künstler Andrea Bischoff (Oboe), Stojan Krkuleski (Klarinette), Till Schneider (Fagott) und Claudia Heé (Klavier) konnten nicht nur mit nuancenreichem und ausdrucksstarkem Ensemblespiel brillieren, sondern setzten auch subtile solistische Akzente. Wunderschön die Klang- und Vortragskultur und die makellose Virtuosität! Besonders erfreulich war auch, wie die Künstlerinnen und Künstler musikalisch mitein­ander harmonierten, wie sie die heiklen Blasinstrumente klanglich aufeinander abstimmten und wie gekonnt auch die versierte Pianistin die farbigen Kompositionen aufleuchten liess. Die Oboistin und der Klarinettist –beide Solisten des Luzerner Sinfonieorchesters – sowie der Solofagottist faszinierten die aufmerksamen Zuhörer mit wunderschöner Tongebung, hoherPhrasierungskunst und spieltechnischer Perfektion.
Für eine schwungvolle Eröffnung des Abends sorgte das erfrischende dreisätzige Trio für Oboe, Fagott und Klavier des französischen Neoklassizisten Francis Poulenc (1899–1963) – formklare, ironisch-geistreiche Musik. Beim «Adagio» und «Allegro» für Oboe und Klavier von Robert Schumann (1810–1856) – entzückenden romantischen Gustostücken – liess die Oboistin die weit ausschwingenden Kantilenen mit Feingefühl erblühen. Auch bei den zwei Sätzen des Beethoven-Duos Nr. 3 für Klarinette und Fagott konnte das spontan applaudierende Publikum ein apartes höfisches Opus mit exzellenten Solisten geniessen. Bei Mozarts galantem Bas­setthörner-Trio KV 229 – für Oboe, Klarinette und Fagott effektvoll arrangiert – gefielen von den fünf unterhaltsamen Divertimenti besonders das einleitende fröhliche «Allegro», das innige «Adagio» und das tänzerische Rondo-Finale.

Emotionale Klangwelten
In spätromantische Klangwelten entführte das emotionale Trio für Oboe, Klarinette und Klavier von Paul Gilson (1865–1942), der als Vater der belgischen Blasmusik und dort auch als Begründer der romantischen symphonischen Musiktradition gilt. Die gefühlsbetonten, farbenreichen Sätze –ein klangvolles Allegro, ein melancholisches Andante und ein expressives Presto – waren echte Highlights.
Mit der «Sonatina» des ungarisch-schweizerischen Komponisten Sando Veress (1907–1992) präsentierte das Bläsertrio zum Schluss des Konzertes ein neuzeitliches, rhythmisch geprägtes und kontrapunktisch eigenständiges Opus.
Hohe musikalische Anforderungen
Die Interpretation der drei diffizilen, düster–elegischen Sätze stellte an das Trio 5 hohe musikalische und virtuose Anforderungen, welche die Bläsersolisten souverän meisterten. Für den langandauernden stürmischen Beifall bedankten sie sich mit der Zugabe eines stimmungsvollen Trios des Franzosen Jacques Ibert (1890–1962).

(Appenzeller Zeitung, 14. Juni 2017 / Ferdinand Ortner)

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