Konzert Pfab Lenzin

Konzert P. Lenzin (Saxophon, Klarinette) und F. Pfab (Orgel, Piano),
Samstag, 1. April 2017,
19:00, evang.-ref. Kirche

Programm

Tomaso Albinoni (1732 – 1809): Adagio
J.S. Bach (1685-1750): Badinerie
Astor Piazolla (1921-1992): Oblivion
Traditional: Scarborough Fair
Keith Jarret (*1945): Country, Traditional, Der Mirjambrunnen
Charlie Chaplin (1889-1977): Smile
Traditional: Greensleaves
David Sandborn (*1945): Dreams
Guy de Lioncourt (1885-1961): Trois mélodies grégoriennes
Claude Debussy (1862-1918): Golliwogg’s Cakewalk
Astor Piazolla (1921-1992): Muerte del Angel

-> Programmheft als PDF [357 KB]

Peter Lenzin

Peter Lenzin lebt und arbeitet in der Schweiz. Schon sehr früh hat er sich dem Saxophon verschrieben und spielt mit grosser Leidenschaft und Virtuosität. Der Musiker versteht es hervorragend, aus seinem Instrument wunderschöne Melodien, wilde, ausdrucksstarke, aber auch verträumte Tongedichte zu entwickeln, die direkt vom Herzen kommen. Seine Musik berührt die Seele, lädt zum Sinnieren ein, inspiriert und entspannt. Die Ausdrucksformen des Saxophons werden in alle Richtungen ausgelotet. Sein künstlerisches Schaffen ist geprägt von Versiertheit in verschiedenen Stilen, Offenheit gegenüber Neuem und anderen Kulturen sowie der Verschmelzung von Klassik, Jazz und Volksmusik. Peter Lenzin studierte Klassik und Jazz an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Heute unterrichtet er einerseits an der Musikschule Saxophon und weist andererseits eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland auf.
-> www.peterlenzin.com

Franz Pfab

Franz Pfab, geboren und aufgewachsen im bayerischen Allgäu lebt seit 1984 in der Schweiz. Den ersten Instrumentalunterricht erhielt er im Alter von 5 Jahren auf dem Akkordeon, wozu noch mit 8 Jahren die Violine kam. Als 10-jähriger begann er mit dem Orgelspielen, studierte dann in München und Feldkirch mit sehr guten und ausgezeichneten Abschlüssen. Daneben arbeitete er als Pianist und Organist in div. Formationen von Volks- und Unterhaltungsmusik bis zum Jazz. Er war Dozent für Orgel an der kath. Kirchenmusikschule St. Gallen, sowie Lehrbeauftragter für Klavier, Orgel und Bandcoaching an der Kantonsschule Trogen AR, und ist nach wie vor als Chorleiter und Organist tätig. Konzerttätigkeit im In-und Ausland.

Zeitungsbericht

Classic meets Jazz
Das Duo Peter Lenzin und Franz Pfab gestaltete in der reformierten Kirche Rehetobel mit einem farbenreichen Mix von Klassik, Jazz und Traditionals einen unterhaltsamen Konzertabend. Nach der denkwürdigen Aufführung von J. S. Bachs Weihnachtsoratorium im vergangenen Dezember erfreute die Lesegesellschaft
Dorf Rehetobel als Organisatorin der «Konzerte in Rehetobel» die Konzertbesucher am 1. April mit einem unterhaltsamen Konzert des Künstlerduos Peter Lenzin (Saxofon/Klarinette) und Franz Pfab (Orgel/Piano).

Die beiden Vollblutmusiker präsentierten unter dem Motto «Classic meets Jazz» eine bunte Palette effektvoller Soli und DuoArrangements aus den Bereichen höfischer Barockmusik, einiger JazzStilrichtungen bis hin zu den «Tango Nuevos» des Argentiniers Astor Piazzolla (1921–1992) sowie einigen Traditionals englischer Folksongs – ein sehr abwechslungsreiches Programm.
Die ersten und die letzten drei der insgesamt zwölf vorgetragenen Musikstücke wurden auf der Orgelempore gespielt, das Hauptprogramm vorne im Altarraum. Im Mittelpunkt des Abends standen delikate Saxofonsoli in Arrangements mit Orgel oder Piano. Peter Lenzin bewies dabei als Solist überragendes Können, Vielseitigkeit und kreative Improvisationskunst.

Schon Ende 2015 hatte er gemeinsam mit dem Kammerorchester St.Gallen in Rehetobel erfolgreich konzertiert. Der Künstler beherrscht nicht nur diverse Stilrichtungen der Musikliteratur, sondern verblüffte einmal mehr durch Offenheit für die Vereinbarkeit von Klassik, Jazz und Volksmusik von E- und Unterhaltungsmusik. Er spielte
seine hohen Qualitäten – vor allem die weiche, klangvolle Tongebung mit emotionalem Saxsound und seine Virtuosität optimal aus und demonstrierte viele spieltechnische Möglichkeiten des Saxofons, bzw. der Klarinette.Mit dem routinierten Pianisten und Organisten Franz Pfab hatte er einen kongenialen Partner, der ihn nicht nur anpassungsfähig
begleitete und auch persönliche musikalische Akzente setzte, sondern ausserdem als Jazzpianist zu glänzen wusste.

Abwechslungsreiches Programm
Eingeleitet wurde der Abend mit klangschöner Barockmusik, einem bezaubernden «Adagio» des Italieners Tomaso Albinoni (1732–1809) und dem figurenreichen BarockOpus «Badinerie» aus einer Suite von J. S. Bach. Tief beeindruckend auch die sehnsuchtsvollen Klangbilder des Tango Nuevo «Oblivion» von Astor Piazzolla. Ein Ohrenschmaus waren die einprägsamen Weisen der angelsächsischen Traditionals, wie das elegische «Scarborough Fair» aus einer schottischen Folkballade, das reizvolle jüdische Klezmerstück «Der Mirjambrunnen » und der bewegte englische Folksong «Greenleeves ». Weitere Gustostücke waren die fantasievollen Soloimprovisationen beim gefühlsbetonten «Country» des Jazzpianisten Keith Jarret (geb. 1945), das von Franz Pfab auch vokal interpretierte sentimentale «Smile» – ein Welterfolg von Charly Chaplin (1889–1977) – sowie das Saxsolo beim jazzigen «Dreams» von David Sanborn (geb. 1945).

Stimmungsvolle Klänge mit Saxofon und Orgel erlebte man bei den ariosen «Trois mélodies grégoriennes» von Guy de Lioncourt (1862–1918). Ein spezielles Highlight war der Hit «Golliwogg’s Cakewalk » des Franzosen Claude Debussy (1862–1918), der bei diesen erfrischenden Szenen aus der kleinen Suite «Cildren’s Corner mit leichter Hand
Jazzelemente im Ragtimestil in die Kunstmusik einfliessen liess. Der mitreissende Piazzolla-Tango Nuevo «Muerte del Angel» – der krönende Schlusspunkt des Konzerts – animierte das Publikum zu stürmischem Applaus, der mit einer begeisternden Solozugabe belohnt wurde.

(Ferdinand Ortner, Appenzeller Zeitung, 4. April 2017)

Franz Pfab und Peter Lenzin

Lesegesellschaft Dorf, 9038 Rehetobel, michael@mrkunz.ch