Konzert kammerorchester st. gallen

Konzert "kammerorchester sankt gallen",
Sonntag, 8. November 2015,
17:00, evang.-ref. Kirche

Programm

Terry Riley (*1935)
In C

Sir Malcolm Arnold (1921-2006)
Saxophonkonzert: Allegro ma non troppo – Andante con moto – Alla marcia

George Gershwin (1898-1937)
Lullaby

Duke Ellington (1899-1974)
C-Jam Blues

Astor Piazzolla (1921-1992)
Tango

Peter Lenzin
Nica
New Max

kammerorchester sankt gallen

Das kammerorchester sankt gallen wurde 2011 gegründet und ist aus dem ehemaligen st. galler kammerensemble hervorgegangen. Es setzt sich aus motivierten, qualifizierten Laienmusikerinnen und -musikern sowie einzelnen Berufsmusikerinnen und -musikern zusammen. Das Orchester setzt sich zum Ziel, mit seriöser Orchesterarbeit insbesondere auch jungen Musikerinnen und Musikern einen kontinuierlichen musikalischen Aufbau und damit eine eigentliche Orchesterschulung anzubieten und die Freude am gemeinsamen Musizieren zu fördern.
Neben dem Klangerlebnis für die Musizierenden möchte es den Funken des begeisternden Musizierens auch auf die Zuhörerinnen und Zuhörer überspringen lassen. Ungewöhnliche, einmalige Programme in neuen Zusammenhängen sollen überraschen, begeistern und klassische Musik lebendig und nahbar machen.

Dirigent: Mathias Kleiböhmer
Violinen: Eveleen Olsen (Konzertmeisterin), Martina Bleiker (Stimmführung 2. Violinen), Lisa Brassel, Barbara Dietrich, Salome Grasdorf, Esther Hauser, Jenni Ro, Eva Senn, Barbara Signer Huf, Nora Tormen
Viola: Lukas Gugger (Stimmführer), Fiona Aepli, Manuela Meili
Violoncello: Sarah Cohen (Stimmführerin), Holger Brenneisen, Friedemann Honecker, Regula Ursprung
Bass: Aline Spaltenstein
Schlagzeug: Tom Burgess

-> kammerorchester sankt gallen

Zum Programm

Das Programm „Westen“ präsentiert die verschiedensten Einflüsse der Einwanderer und Zugereisten, die sich zu ungestümer Lebensfreude und neuen Lebensarten im Westen mischten. Und welches Soloinstrument könnte in dieses Programm besser passen als das 1840 erfundene Saxophon? Das Konzert beginnt mit Terry Rileys Weltklassiker, führt weiter zum Saxophonkonzert von Sir Malcolm Arnold - einem Beispiel für Freude und lebendiges Musizieren - sodann zu den schillernden und leisen Klangfarben im Streicherstück von Gershwin und weiter über Blues, Tango zu den beiden letzten Stücken, die dem Solisten aus dem Herzen sprechen.

Mathias Kleiböhmer,
Dirigent
Eveline Olsen,
Konzertmeisterin
Peter Lenzin,
Saxophon

Zeitungsartikel

Standing Ovations für Solist und Orchester

Das Kammerorchester St. Gallen und der Ostschweizer Saxophonsolist Peter Lenzin gestalteten mit Werken englischer und amerikanischer Provenienz den Auftakt der «Konzerte in Rehetobel 2015/16» begeisternd.

Rehetobel.
Ein zündendes Programm, ambitionierte und kompetente Interpreten sowie ein begeisterungsfähiges Publikum waren Erfolgsgaranten für das Auftaktkonzert am Sonntag in der fast vollbesetzten reformierten Kirche in Rehetobel. Es war ein exklusives Musikevent, das der Saxophonsolist Peter Lenzin und das St. Galler Kammerorchester - von Mathias Kleiböhmer souverän geleitet - unter dem Titel «Westen» mit exklusiven Werken von Komponisten aus den USA, England und Argentinien so bravourös gestalteten, dass die Zuhörer wiederholt spontan applaudierten und dass das Konzert mit Standing Ovations endete.
Gespielt wurde typische Musik des 20. Jahrhunderts mit angloamerikanischem Einschlag, beeinflusst von den Einwanderern und basierend auf unbeschwerter Lebensfreude und dem neuen Lebensgefühl des «Westens».

Verschiedene Stilrichtungen
Die Programmfolge umfasste ein lebendig-buntes Kaleidoskop verschiedenster musikalischer Stilrichtungen. Die ambitionierte Leistung des jungen spielfreudigen Streichorchesters wurde überstrahlt von den effektvollen Soli des

Saxophonisten Peter Lenzin, der durch sein überragendes Können – gepaart mit sympathischer persönlicher Ausstrahlung – faszinierte.
Beeindruckend seine gefühlvolle Tongebung, die perfekte Beherrschung des Instruments und seine Phrasierungskunst! Überzeugend auch seine Fähigkeiten beim Improvisieren und als Komponist.

Klassisches Saxophonkonzert
Das Konzert begann ungewohnt wie noch nie – und für die Zuhörer etwas verblüffend – mit dem Weltklassiker der modernen Minimal-Musik, der Komposition «In C» von Terry Riley (geb. 1935). Die Orchestermit glieder waren im Kirchenraum und auf der Empore verteilt und bewegten sich musizierend bis zum kurzen Finale des Stückes in die Apsis. Die Komposition entwickelte sich auf dem permanenten C-Ton eines Glöckchens mit kurzen melodischen Bausteinen. Daraus entstand eine Polyrhythmik, die den Raum neu wahrnehmen liess. Beim dreisätzigen klassischen Saxophon-konzert des Engländers Sir Malcolm Arnold (1921-2006) konnte Peter Lenzin seine Qualitäten voll ausspielen und dabei auch die vielen spieltechnischen Möglichkeiten des Saxophons demonstrieren.Wunderschön die weit ausschwingenden Kantilenen, die virtuosen jazzigen Passagen und. die lebendigen Dialoge mit dem: flexiblen Orchester. Dieses' brachte im träumerischen Strei-cherstück «Lullaby» von George Gershwin (1898-1937) die schillernden und gefühlsbetonten Klangfarben zum Leuchten und wusste auch mit dem für Streicher und Schlagzeug arrangierten C-Jam Blues von Duke El-lington (1899-1974) zu gefallen. Eine Glanznummer war der Konzert-Tango Nuevo des Argentiniers Astor Piazzolla (1921-1992), wo der Solist mit tragendem Ton und kreativen Improvisationen brillierte. Publikumserfolge waren auch die beiden Kompositionen von Peter Lenzin, die seiner kleinen Tochter Nica gewidmete Romanze und das rhythmisch bewegte «New Max». Hier zogen Saxophonist und Orchester zum Schluss noch einmal alle Register und versetzten das Publikum in helle Begeisterung. Standing Ovations und Zugaben waren die Folge.

(Appenzeller Zeitung, 10. November 2015, Ferdinand Ortner )

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