Konzert Concertino

Konzert Concertino Ostschweiz,
Sonntag, 19. November 2017,
17:00, evang.-ref. Kirche

Programm

Luigi Boccherini (1743-1805)
Sinfonia D-Dur für Streicher
Allegro / Andante / Menuetto mit Trio / Presto

Johann Samuel Schröter (1750-1788)
Concerto C-Dur für Klavier und Streicher
Allegro / Grazioso / Rondeau

W. A. Mozart (1756-1791)
Divertimento C-Dur KV 157 für Streicher
Allegro / Andante / Presto

W. A. Mozart (1756-1791)
Rondo A-Dur KV 386 für Klavier und Orchester

Michael Haydn (1736-1806)
Sinfonia G-Dur Perger 8
Allegro

Concertino Ostschweiz

Zum Concertino Ostschweiz zählen Musikerinnen und Musiker, die als Musiklehrpersonen und Orchestermusiker im Raum Ostschweiz tätig sind. Jährlich werden 3-4 neue Programme mit Werken aus Barock und Klassik eingeübt und präsentiert. Gelegentlich wird die Streicherformation durch Bläser ergänzt. Für dieses Programm freuen wir uns auf das Streichensemble mit zehn Musikerinnen unter der Leitung von René Häfelfinger.

Anna Danielewicz

Anna Danielewicz wurde in Wroclaw (deutsch: Breslau) in Polen geboren und besuchte dort die musikalische Ausbildung im Klavierspiel an den staatlichen Musikschulen bis zum Studium. Dieses schloss sie mit dem Solo-Diplom mit Auszeichnung an der Musikhochschule, der heutigen Musikakademie, ab. Sie besuchte verschiedene Meisterkurse, u.a. bei Elisabeth Leonskaja, Matthew Clifton, Detlef Kraus, Rudolf Kehrer, Valentina Kamenikova und Viktor Mierzanov. Mit ihrer Tätigkeit als Solistin, Kammermusikerin, Chorbegleiterin, Organistin und auch als Pädagogin an der Kantonsschule Heerbrugg hat sich Anna Danielewicz einen weit über die Region bekannten Namen geschaffen. Zur Zeit bildet sie sich als Musikphysiologin an der Zürcher Hochschule der Künste weiter.

René Häfelfinger

René Häfelfinger wurde 1947 bei Basel geboren. Er hat Musik und Theologie studiert. Als Pfarrer hat er in Marbach/SG und in St.Antönien/GR gewirkt. In seiner Tätigkeit als Musiklehrer unterrichtete er an Musikschulen der Ostschweiz, am Konservatorium Feldkirch und an der Kantonsschule Heerbrugg. In verschiedenen kammermusikalischen Formationen hat er als Flötist konzertiert. Seit längerem leitet er das Concertino und das Bachkollegium Ostschweiz sowie das Ostschweizer Haydn-Mozart-Orchester.

Zeitungsartikel

Liebreiz und Klangschönheit

REHETOBEL Das Concertino Ostschweiz unter der Leitung von Renè Häfelfinger und die Pianistin Anna Danielewiz begeisterten am Sonntag in der evangelischen Kirche mit klangschöner barocker Kammermusik.
Einen unbeschwerten Hörgenuss – melodiöse Serenadenmusik zum Zurücklehnen und Geniessen – boten am Sonntag in der gut besetzten evangelischen Kirche die zehn Musikerinnen des Concertino Ostschweiz-Streicherensembles und die aus Polen stammende Pianistin Anna Danielewicz.
Der stürmische Beifall des Publikums galt sicher auch ein wenig der Konzertorganisatorin Sarah Kohler, die immer wieder für populäre Programme sorgt.
So konnten sich die Konzertbesucher offensichtlich an dem Bukett klassischer höfischer Musik voll Liebreiz und Klangschönheit besonders erfreuen. Solche stimmungsvolle Musik wurde einst an den Fürstenhöfen sehr geschätzt und gepflegt. Dirigent Renè Häfelfinger – auch als Soloflötist bekannt – stellte an seine Streicherformation beachtliche spieltechnische und musikalische Anforderungen, die mit Engagement und Können überzeugend gemeistert wurden. Das homogene Kammerorchester und besonders auch die versierte Klaviersolistin beeindruckten durch musikalische Kompetenz, Rhythmus und Vortragskultur.

Höfische Unterhaltungsmusik
Das delikate Programm bot einen Reigen entzückender Konzertstücke von europäischen Hofkompo-nisten des Italieners Luigi Boccherini (1743 – 1805) und des Polen Johann Samuel Schröter (1750 – 1788) sowie der Österreicher W. A. Mozart (1756 – 1791) und Michael Haydn (1737 – 1806), Bruder des berühmten Joseph Haydn. Es war auch interessant, bei den präsentierten Sinfonien, Concerti und Divertimenti die individuellen Kompositionsstile und Tonsätze der genannten zeitgenössischen Komponisten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu vergleichen.
Das Konzert begann sehr schwung-voll mit der farbigen viersätzigen Boccherini-«Sinfonia » in D-Dur für Streicher, einem musikalischen Kleinod mit melodischer Eleganz und frischen Klangfarben. Das homogene Streicher-Ensemble mit Konzertmeisterin Manuela Mensching spielte ambitioniert, transparent und ausdrucksvoll.
Von den sehr differenziert vorgetragenen Sätzen ragten das fröhliche «Allegro», das liebliche «Andante» und das graziöse «Menuetto» hervor. Beim Concerto in C-Dur für Klavier und Streicher von J. S. Schröter, eines einst in England berühmten Pianisten und Organisten, setzte die Pianistin auf den Background des feinen Streicherklanges in den drei heiter beschwingten Sätzen mit perlenden Läufen, glitzernden Trillern und wunderschönen Kantilenen bunter Glanzlichter.Besonders gefühlvoll gestaltet war das leichtfüssige dreisätzige Streicher-Divertimento in C-Dur, KV 157, von W. A. Mozart – ein Paradebeispiel wie kultiviert man sich einst bei Hof unterhielt.
Bemerkenswert erschien neben den fröhlichen Ecksätzen und dem besinnlich-kantablen «Andante » der spontane Beifall. Ein Highlight des Abends war auch Mozarts klangschönes Rondo in A-Dur, KV 386, für Klavier und Streicher. Dieses frohgemute Werk begeisterte durch liebliche Melodik und den brillanten Klavierpart mit grosser Kadenz – von Anna Danielewicz souverän gespielt.
Für den Beifall bedankte sie sich mit einem Suiten-Tanzsatz des Argentiniers Roberto Ginastera. Voll Lebendigkeit und melodischer Anmut sprühte dann das flotte «Allegro» der «Sinfonia » in G-Dur von Michael Haydn. Den vergnüglichen Konzertabend beschloss die Zugabe eines besinnlichen Satzes aus einer Streicher-Sinfonie von Mendelssohn-Bartholdy.

(Appenzeller Zeitung, 22. November 2017 / Autor: Ferdinand Ortner )

Lesegesellschaft Dorf, 9038 Rehetobel, michael@mrkunz.ch