Konzert Bündner Kammermusiker

Konzert Büdner Kammermusiker mit Orgel
Sonntag, 25. September 2016
17:00 Uhr, Reformierte Kirche

Agnes Byland und Luzi Müller, Violinen
Karin Punzi, Viola
Kunigund Blumer, Violoncello
Andrea Kuratle, Orgel

spielen Werke von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart.

Programm

Joseph Haydn (1732 – 1809) Streichquartett in C-Dur Hoboken III:72
- Allegro
- Andantino (grazioso)
- Menuet (Allegro)
- Finale (Vivace)

Joseph Haydn Konzert für Orgel und Streicher in F-Dur Hoboken XVIII:7
- Moderato
- Adagio
- Allegro


Joseph Haydn Stücke für eine „Flötenuhr“ Orgelsolo

Joseph Haydn Konzert für Orgel und Streicher C-Dur Hoboken XVIII:10
- Moderato
- Adagio
- Allegro

W.A. Mozart (1756-1791) Streichkonzert KV 575
- Allegretto
- Andante
- Menueto (Allegretto)
- Allegreto


Bündner Kammermusiker

Die Bündner Kammermusiker sind eine feste Kammermusikformation, die in variabler Besetzung seit über zwanzig Jahren auftritt (einmal mit Oboe, ein andermal mit Klavier oder Cembalo…). Sie erarbeiten Werke von Barock bis zur Neuzeit (1999, Uraufführung Rolf Looser: Sextett / 2000, ein Programm mit Texten von Erich Kästner mit Musik der „Groupe des Six“ / 2002, Werke von Bach, Haydn, Lidel und Andreae / 2004, „Satierenade“ mit Texten von und mit Lorenz Goeddemeyer). Im Herbst 2014 waren sie mit Werken von Vivaldi, Bach und Händel, den wohl bedeutendsten Komponisten der Barockzeit, zu Gast in unserer Konzertreihe. Auf der diesjährigen Tournee treten die Bündner Kammermusiker in folgender Besetzung auf: Agnes Byland und Luzi Müller: Violinen, Karin Punzi, Viola und Kunigund Blumer-Kohler, Violoncello.

Nach einer längeren Pause haben sich die Bündner Kammermusiker mit dem Organisten Andrea Kuratle für eine kleine Konzert-Tournee wieder zusammengefunden. Neben ihrem Engagement als Instrumentallehrer, Ensemble- und Orchester-Leiter verbindet sie eine langjährige Tätigkeit als Mitglieder der Kammerphilharmonie Graubünden.

Andrea Kuratle

Andrea Kuratle ist im bündnerischen Igis aufgewachsen. Nach dem Lehrerseminar in Chur unterrichtete er Primarschulklassen und leitete den Gemischten Chor von Igis. Sein Musikstudium an der Musikhochschule Zürich mit dem Hauptfach Orgel bei Rudolf Scheidegger schloss er mit dem Lehrdiplom und mit der Konzertreifeprüfung mit dem Prädikat „mit Auszeichnung“ ab. Gleichzeitig erwarb er am Konservatorium Luzern das Klavierdiplom. Nach einem Nachdiplomstudium in Hamburg mit dem Schwerpunkt barocke norddeutsche Orgelmusik und mehrjährigen Lehrtätigkeiten am Bündner Lehrerseminar und an der Kantonsschule Sargans folgte an der Musikhochschule Luzern das Studium für Schulmusik II. Während 15 Jahren wirkte er als Organist und Chorleiter an der Churer Comanderkirche. Heute ist er Musiklehrer an der Bündner Kantonsschule Chur und Dirigent des Bündner Singkreises. Er ist ein gefragter Konzertorganist für Auftritte mit Chören, als Begleiter und als Solist. In guter Erinnerung sind neben seinen Orgelkonzerten die zahlreichen Aufführungen mit seinen Chören. Andrea Kuratle erhielt 1997 für seine Arbeit den Förderpreis des Kantons Graubünden.

 

Zeitungsartikel

Klangschönheit und Harmonie

Das Streichquartett der Bündner Kammermusiker und Organist Andrea Kuratle boten in Rehetobel ein delikates Konzertprogramm mit exklusiven Werken für Orgel und für Streicher von J. Haydn und W. A. Mozart.

Rehetobel.
Das von klassischer Klangschönheit und Harmonie geprägte Konzert in der reformierten Kirche hatte eine spezielle Note, weil neben traditioneller höfischer Kammermusik auch selten gehörte Orgelkompositionen mit Streichern präsentiert wurden, die in der Barockzeit an den europäischen Fürstenhöfen sehr beliebt waren.
Die Interpreten – der Bündner Vollblutmusiker Andrea Kuratle (Orgel) und das renommierte Streichquartett Agnes Byland und Luzi Müller (Violinen), Karin Punzi (Viola) und Kunigund Blumer (Cello) – bewiesen hohe musikalische Kompetenz und überzeugten – wie schon im Herbst 2014 bei einem Konzert in Rehetobel – durch Spielkultur und nuancenreiche Gestaltungskraft. Hervorragend auch diesmal der souveräne Organist mit dezentem gefühlvollem Vortrag, seine lebendigen Dialoge mit den Streichern und das nahtlose Ensemblespiel.
Die melodiösen Kompositionen – zwei Konzerte für Orgel und Streicher und ein Streichquartett von Haydn sowie ein Orgel-Solostück und ein Streichquartett von Mozart – erstrahlten im akustisch idealen Kirchenraum in edlem Wohlklang.

Höfische Kammermusik von Haydn
Eröffnet wurde das Konzert mit einem Gustostück galanter höfischer Kammermusik, dem «späten» Haydn-Streichquartett in C-Dur, op. 74, Nr. 1. Das homogene Streicherensemble interpretierte schon den intensiven Allegro-Kopfsatz – von kunstvoller Chromatik geprägt – sehr transparent und ausdrucksvoll. Das zarte Andantino wirkte zauberhaft leicht. Im energischen und schnellen Menuett kontrastierte der klangschöne Hauptteil wirkungsvoll mit dem einfachen, sanften Trio. Sehr beeindruckend dann das finale, volkstümlich-melodiöse Sonaten-Rondo Vivace – angereichert mit chromatisch-melodischen und kontrapunktischen Elementen des 1. Satzes.
Als musikalische Kostbarkeiten erwiesen sich die beiden dreisätzigen Konzerte für Orgel und Streicher in F-Dur (Hob. XVII:7) und in C-Dur (Hob. XVIII:10). Sie vermittelten den Zauber haydnscher Melodieführung und des variantenreichen, farbigen Wechselspiels von Orgel und Violinen. Wunderschön vor allem in den Adagio-Sätzen die ergreifenden liedartigen Themen und im ganzen Orgelpart die verschiedenartigen Tonartenfärbungen sowie das filigrane Arebeskenwerk. Eine Exklusivität präsentierte Andrea Kuratle mit der souverän gespielten elegischen Fantasie in F-Moll, KV 594, einem der drei Solo-Orgelwerke Mozarts.

Mozart-Streichquartett fesselte
Den krönenden Abschluss des Konzerts bildete Mozarts fesselndes Streichquartett in D-Dur, KV 575, ein Meisterwerk voll strömender Melodik und virtuoser Figuren. Im Allegretto-Kopfsatz beeindruckten besonders die entspannte Kantabilität und die ausgeprägte Kontrapunktik; während im ariosen Andante die melodische Schönheit und die ausdrucksvolle Gelassenheit faszinierten. Im Menuetto liessen das originelle Doppelschlag-Motiv und die staccatobegleitete Melodielinie aufhorchen, ehe das elanvoll musizierende Streicherensemble im formenreichen Finale die hochentwickelte Polyphonie des dichten vierstimmigen Satzes zum Leuchten brachte und stürmischen Beifall erntete.

(Autor: Ferdinand Ortner / Quelle: Appenzeller Zeitung, 28. September 2016)

Lesegesellschaft Dorf, 9038 Rehetobel, michael@mrkunz.ch