Konzert Appenzeller Kammerorchester

Konzert Appenzeller Kammerorchester,
Samstag, 21. März 2015,
19:00, evang.-ref. Kirche

Programm

Das Appenzeller Kammerorchester unter der Leitung von Jürg Surber spielt:

Ludwig van Beethoven, 1. Symphonie C-Dur op. 21
Werke von Bach, Pärt, Zurbriggen und Ives


Appenzeller Kammerorchester

Das Appenzeller Kammerorchester ist aus dem Zusammenschluss des Herisauer und des Mittelländer Kammerorchesters entstanden. Das Orchester hat sich mit interessanten Programmen und einer sorgfältigen Klangkultur einen Namen gemacht. Die Pflege der Barockmusik und die Beschäftigung mit historisch fundierter Aufführungspraxis ist seit langem ein Ziel des Orchesters.

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Zeitungsartikel

Appenzeller Kammerorchester spielt auf
Jürg Surber gelangen beim Konzert in der reformierten Kirche in Rehetobel mit seinem Orchester überzeugende Schritte in die Zukunft – hin zur klassischen Sinfonik und Moderne. Durch den Abend führte die Schauspielerin Jeanne Devos.Rehetobel.

Das mit Spannung erwartete Konzert unter dem Titel «Haupt- und Nebenwege – Konzert mit Texten» stand unter besonderen Vorzeichen. Unter dem Motto «Sinfonisches Projekt 2015» präsentierte Jürg Surber in der reformierten Kirche ein exklusives Programm, das neue Wege in die klassische sinfonische Musik und zu zeitgenössischen Komponisten aufzeigte. Dazu musste er die Streicherbesetzung seines Kammerorchesters mit Bläsern und Rhythmikern erweitern, um neue musikalische Ausdrucksformen und Klangbilder zu eröffnen.
Die Vortragsfolge begleitete Jeanne Devos als hervorragende Sprecherin mit tiefsinnigen Texten, die Peter Surber zusammenstellte und Fragen zu den «Wegen des Lebens». Die Zuschauer erlebten ein fesselndes Konzert, das einen weiten Bogen vom Barock bis in die Moderne spannte. Höhepunkt war die schwungvolle Aufführung der 1. Symphonie in C-Dur von Ludwig van Beethoven – eine bemerkenswert gute Leistung des Amateurorchesters. Der homogene Klangkörper beeindruckte – vom Dirigenten Jürg Surber souverän geführt – durch Spielfreude, Können und Vortragskultur.

Interessantes Programm
Der Abend wurde nach Trompetensignalen und Fragen zum Thema «Wege» mit dem 1. Satz der festlichen Ouverture Nr. 4, in D-Dur, von J. S. Bach eingeleitet, einem Opus mit polyphonem Wohlklang. Hochinteressant die moderne Komposition «Der Weg» für Streicher und Perkussion des Esten Arvo Pärt (geb. 1935). Die religiös motivierte Musik zeichnete in dynamisch differenzierten Auf- und Abwärtsbewegungen in ungewohnten neuen Klängen ein Bild vom schicksalhaften Wellental des Lebens. Wie auch beim unorthodoxen Opus «Risse in gefrorener Zeit» des anwesenden Walliser Komponisten Andreas Zurbriggen (geb. 1986) waren Einfühlungsvermögen und Musikverständnis gefragt. Die eigenwillige herbe Tonsprache brach mit der vertrauten Dur-Moll-Harmonik, beeindruckte durch kurze melodische Phrasen und neue Klänge. Als Exklusivität erwies sich das Orchesterstück «The Unanswered Question» von Charles Ives (1874–1954). Über hauchzarter harmonischer Klangfläche der Streicher stellten der Solotrompeter und eine Holzbläsergruppe in dissonantem Satz siebenmal eine Frage, die unbeantwortet blieb und zum Nachdenken anregte.

Beethoven-Symphonie
Den krönenden Schlusspunkt setzte das aufspielende Orchester mit der heiter beschwingten Beethoven-Symphonie. Stimmungsvoll schon der Molto Adagio-Beginn des Kopfsatzes und mozartisch anmutend das unbeschwerte C-Dur-Haupt- und das lyrische Seitenthema. Im Andante verdichtete sich die friedliche Stimmung zu schwärmerischer Innigkeit. Das humorvolle Menuett zeigte Züge der späteren typischen Scherzo-Sätze Beethovens mit ihrem zündenden Rhythmus. Das kurze, vorwärtsstürmende Finale bereitete als Ausdruck drängender Lebensfreude viel Vergnügen, was das Publikum mit begeistertem Beifall quittierte.

(Ferdinand Ortner , Appenzeller Zeitung, 24. März 2015)

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