Konzert Tricon

Konzert mit Tricon
Sonntag, 16. September 2012
17:00, evang.-ref. Kirche

Programm

Georg F. Händel (1685-1759) Deutsche Arien für Sopran, ein Soloinstrument und Basso Continuo:
Süsse Stille, sanfte Quelle / Süsser Blumen Ambraflocken / Singe Seele, Gott zum Preise / Meine Seele hört im Sehen

Robert Schumann (1810-1856) Aus „Stücke im Volkston“ für Klarinette und Klavier:
Nicht schnell, mit viel Ton zu spielen / Nicht zu rasch / Stark und markiert

*** Pause ***

Gustav Mahler
(1860-1911) Drei Lieder für Sopran und Klavier:
Phantasie / Ablösung im Sommer / Wo die schönen Trompeten blasen

Franz Lachner (1803-1890) Zwei Lieder für Sopran, Klarinette und Klavier:
Auf Flügeln des Gesanges (Text: H. Heine) / Seit ich ihn gesehen (Text: A. von Chamisso)

Ensemble Tricon

Das Kammermusikensemble TriCon bildete sich im Jahr 2008 aus den Mitgliedern Isabel Witschi, Regula Bussman und Erwin Müri. Ihr Interesse war es, Kammermusik für Sopran, Klarinette und Klavier einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Literatur für diese Besetzung findet sich vor allem in der Epoche der Romantik. Komponisten wie Franz Schubert, Louis Spohr, Franz Lachner und Johann Wenzeslaus Kalliwoda schrieben Werke für diese Besetzung. Es existieren zusätzlich Bearbeitungen von Werken weiterer Komponisten, wie beispielsweise von Johannes Brahms.

Isabel Witschi – Sopran
Nach ihrem Gesangsstudium bei Maria Stader und am Int. Opernstudio in Zürich bildete sie sich bei Margret Chalker, Edith Mathis und Hanna Ludwig in Salzburg weiter. Sie gewann div. Preise, u.a. der MIGROS, der Göhner- und der Kiefer-Hablützel-Stiftung, des Kurato-riums des Kantons Aargau und der Stadt Zürich.
Isabel Witschi sang verschiedene Opernpartien, wie die Mimi in Puccinis La Bohème, die Hanna Glawari in Lehars Lustiger Witwe und die Iduna in P.Burkhards Schwarzem Hecht, u.a. an der Oper Zürich, am Theater Biel/Solothurn und am Opernfestial in der Arena von Avenches. Weitere Engagements hatte sie in Italien und Argentinien.
Im Konzertfach interpretierte sie viele bedeutende Werke, z.B. Berlioz „Les Nuits d’été“ unter Roberto Benzi in Milano, Orchesterlieder von Gustav Mahler in der Tonhalle Zürich oder sämtliche grossen Oratorien Mendelssohns.
Isabel Witschi hat einen Lehrauftrag für Sologesang an der Kantonschule Zürich-Wiedikon.

Regula Bussman-Bachmann – Klavier
Musikstudium SMPV mit Hauptfach Klavier bei Giuliana Stehli-Altwegg, Weiterbildung an der Musikhochschule Basel bei Klaus Linder.
Regula Bussman übt eine rege Tätigkeit als Solistenbegleiterin, Korrepetitorin und Kammer-musikerin aus. Sie war Mitbegründerin des Frauenmusikforums (FMF) in Zürich.
An der Kantonschule Zürich-Wiedikon ist sie seit vielen Jahren als Lehrerin für Klavier tätig.

Erwin Müri - Klarinette
Erwin Müri ist in Zürich aufgewachsen. Er absolvierte sein Musikstudium SMPV mit Hauptfach Klarinette bei Rolf Kubli in Zürich. Weiterbildung erfolgte bei Thomas Friedli.
Er übt eine vielseitige Tätigkeiten als Solist, Orchester- und Kammermusiker in verschiedenen Ensembles wie dem Klarinettenquartett Quartier Clarinettes aus. An der Kantonsschule Zürich-Wiedikon, sowie an weiteren Unterrichtsorten, wie an der Musikschule Horgen lehrt er das Fach Klarinette.

Bericht Appenzeller Zeitung

Klangschöne Vorträge
Das Ensemble TriCon mit Isabel Witschi (Sopran), Regula Bussman (Klavier) und Erwin Müri (Klarinette) präsentierte musikalische Kostbarkeiten in Rehetobel.

Mit dem TriCon-Ensemble stellten sich am Sonntag im Rahmen der «Konzerte in Rehetobel 2012» in der reformierten
Kirche drei professionelle Musikerinnen und Musiker vor, die das aufmerksame Publikum mit Kostbarkeiten barocker und romantischer Vokal- und Kammermusik erfreuten.
Die Künstler musizierten nicht nur in Trio-Besetzung (Sopran, Klarinette und Klavier), sondern auch im Duett (Sopran bzw. Klarinette und Klavier).
Im Vordergrund standen Arien und Lieder von Georg Friedrich Händel (1685-1759), Gustav Mahler (1860-1911) und des Schubert-Freundes Franz Lachner (1803-1890). Doch im Programm schien auch Robert Schumann (1810-1856) mit drei prägnanten Instrumental-Stücken für Klarinette und Klavier auf.
Beim Vortrag der reizvollen, farbigen Kompositionen gesellte sich bei Georg Friedrich Händel und Franz Lachner die Klarinette als eigenständige zweite Solostimme zur obligatorischen Klavierbegleitung.

Arien und Kammermusik
Das Konzert begann mit speziellen kammermusikalischen Kleinoden Händel'scher Tonkunst, mit vier der neun klangvollen «Deutschen Arien» für Sopran, ein Soloinstrument und Basso continuo. In der transparenten Korrespondenz zwischen der wohlklingenden und tragenden Stimme der Sopranistin, dem subtilen Spiel des Klarinettisten und der profunden Klavier-

begleitung erblühten die farbenprächtigen musikalischen Kunstwerke in dezenter Schönheit.
Bei den ariosen Liedgesängen griff Händel melodisch auf musikalisch bekannte Themen eigener Opern zurück, blieb aber in den Melodien schlichter und weniger virtuos. Die empfindsamen romantischen Liedtexte des Hamburger Dichters Barthold Brokes (1680-1740) kündeten thematisch von Lobpreis auf die Schönheit der Natur sowie dem Ewigen Leben.

Ausdrucksstarke Stimme
Die bekannte Schweizer Sopranistin Isabel Witschi gestaltete die Arien mit ihrer ausdrucksstarken Stimme im lebendigen Dialog mit dem versierten Klarinettisten Erwin Mild und der umsichtigen Pianistin Regula Bussman-Bachmann tief beeindruckend.
Der Klarinettist konnte sich besonders bei den melodiösen drei «Stücken im Volks-Ton» des Romantikers Robert Schumann in einem interessanten Arrangement des einst berühmten Klarinettisten Stephan Korody-Kreuzer solistisch profilieren.
Nach der Pause überzeugte Isabel Witschi - von der mitgestaltenden Pianistin einfühlsam unterstützt - bei drei delikaten Kunstliedern des Spätromantikers Gustav Mahler mit fein nuancierter Stimmführung und beseelter Textgestaltung. Die sehnsuchtsvoll schwermütige Liebesklage «Das Mädchen trat aus dem Fischerhaus» fesselte durch
harmonische Finessen und tonaleFreizügigkeit. Beim zierlichen Scherzliedchen «Ablösung im Sommer» («Kuckuck hat sich zu Tode gefallen») - aus der Sammlung «Des Knaben Wunderhorn» - entzückten die perlenden Koloraturen.
Als Meisterwerk in der Diskretion der Ausdrucksmittel und der Schlichtheit seines Balladen-Tones erlebten die Zuhörer einen der bekanntesten Mahler'schen Gesänge, das Lied «Wo die schö nen Trompeten blasen», eine traurige Geschichte vom toten Soldaten, der nachts an das Fenster seiner Liebsten klopft, um sie zu sich ins Grab zu holen.

Romantische Liebeslieder
Mit zwei romantischen Liebesliedern für Sopran, Klarinette und Klavier des bayrischen Komponisten Franz Lachner - dem poesievollen Gesang «Auf Flügeln des Gesanges» und dem besonders emotionalen Traumlied «Seit ich ihn gesehen» - beschloss das Trio das offizielle Konzertprogramm und belohnte kurz darauf die stürmisch applaudierenden Zuhörerinnen und Zuhörer in Rehetobel mit der beeindruckenden Zugabe von «Solveigs Lied» des norwegischen Komponisten Edvard Grieg.


(Appenzeller Zeitung, 19. September 2012 / Ferdinand Ortner)

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