Konzert Bündner Kammermusiker

Konzert Büdner Kammermusiker mit Orgel
Sonntag, 14. September 2014
17:00 Uhr, Reformierte Kirche

Agnes Byland und Luzi Müller (Violinen), Kunigund Blumer (Violoncello) und Andrea Kuratle (Orgel) spielen Werke von Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel und J. S. Bach.

Programm

Antonio Vivaldi (1678 – 1741)
Sonata da Camera a tre op 1 Nr. 1 g-moll
Preludio-Grave
Allemanda-Allegro
Adagio
Capriccio-Allegro
Gavotta-Allegro

Georg Friedrich Händel
(1685-1759)
Orgelkonzert Nr. 6 B-Dur
Andante allegro
Larghetto
Allegro moderato

Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
Piece d‘Orgue
Très vitement
Grave (a 5 voci)
Lentement

Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
Trio-Sonate Nr. 3 G-Dur
Largo
Vivace
Adagio
Presto

Georg Friedrich Händel
(1685-1759)
Orgelkonzert HWV 295 F-Dur
Larghetto
Allegro
Larghetto
Allegro

Antonio Vivaldi
(1678 – 1741)
Sonata da Camera a tre op 1 Nr. 2 e-moll
Grave
Corrente-Allegro
Giga-Allegro
Gavotta-Allegro

Bündner Kammermusiker

Die Bündner Kammermusiker sind eine feste Kammermusikformation, die in variabler Besetzung seit über zwanzig Jahren auftritt (einmal mit Oboe, ein an-dermal mit Klavier oder Cembalo…). Sie erarbeiten Werke von Barock bis zur Neuzeit (1999, Uraufführung Rolf Looser: Sextett / 2000, ein Programm mit Texten von Erich Kästner mit Musik der „Groupe des Six„ / 2002, Werke von Bach, Haydn, Lidel und Andreae / 2004, „Satierenade„ mit Texten von und mit Lorenz Goeddemeyer). Auf der diesjährigen Tournee treten sie in folgender Besetzung auf: Agnes Byland und Luzi Müller: Violinen, Kunigund Blumer-Kohler: Violoncello.
Nach einer längeren Pause haben sich die Bündner Kammermusiker mit dem Organisten Andrea Kuratle für eine kleine Konzert-Tournee wieder zusammengefunden. Neben ihrem Engagement als Instrumentallehrer, Ensemble- und Orchester-Leiter verbindet sie eine langjährige Tätigkeit als Mitglieder der Kam-merphilharmonie Graubünden.

Andrea Kuratle

Andrea Kuratle ist im bündnerischen Igis aufge-wachsen. Nach dem Lehrerseminar in Chur unterrichtete er Primarschulklassen und leitete den Gemischten Chor von Igis. Sein Musikstudium an der Musikhochschule Zürich mit dem Hauptfach Orgel bei Rudolf Scheidegger schloss er mit dem Lehrdiplom und mit der Konzertreifeprüfung mit dem Prädikat „mit Auszeichnung„ ab. Gleichzeitig erwarb er am Konservatorium Luzern das Klavierdiplom. Nach einem Nachdiplomstudium in Hamburg mit dem Schwerpunkt barocke norddeutsche Orgelmusik und mehrjährigen Lehrtätigkeiten am Bündner Lehrerseminar und an der Kantonsschule Sargans folgte an der Musikhochschule Luzern das Studium für Schulmusik II. Während 15 Jahren wirkte er als Organist und Chor-leiter an der Churer Comanderkirche. Heute ist er Musiklehrer an der Bündner Kantonsschule Chur und Dirigent des Bündner Singkreises. Er ist ein gefragter Konzertorganist für Auftritte mit Chören, als Begleiter und als Solist. In guter Erinnerung sind neben seinen Orgelkonzerten die zahlreichen Aufführungen mit seinen Chören. Andrea Kuratle erhielt 1997 für seine Arbeit den Förderpreis des Kantons Graubünden.

 

Artikel Appenzeller Zeitung

Barockmusik bezauberte das PublikumDie Bündner Kammermusiker, das sind der Organist Andrea Kuratle und ein Streichertrio. Sie erfreuten in Rehetobel mit delikaten Werken von G. F. Händel, J. S. Bach und Antonio Vivaldi, den wohl bedeutendsten Komponisten der Barockzeit.
Feierlich-barocke Orgel- und Streicherklänge sowie subtile musikalische Ausstrahlung prägten am Sonntag das Konzert der Bündner Kammermusiker in der reformierten Kirche. Wir erlebten ein klug ausgewähltes Konzertprogramm mit hochkarätigen Werken der drei wohl bedeutendsten Komponisten der Barockzeit vom 17. bis weit ins 18. Jahrhundert. Die eingängigen Melodien und der edle Wohlklang der Orgelkonzerte Händels, die geniale Polyphonie der Bach-Triosonaten und die blühende Melodik des Venezianers Vivaldi waren ein Hörgenuss für Musikästheten. Dabei bot sich ihnen auch der reizvolle Vergleich der Charakteristika der Kompositionsstile der Barockmusik aus England und Deutschland mit der graziösen höfischen Musik in Italien.

Orgelkonzerte und Triosonaten
Im stimmigen Ambiente des akustisch hervorragenden Kirchenraumes gelangten je drei Orgelkonzerte mit Streicherbe-gleitung sowie Triosonaten für zwei Violinen, Cello und Basso continuo (Cembalo) in kunstvollen Generalbass-Sätzen zur Aufführung.
Die Interpreten - der renommierte Bündner Konzertorganist und Cembalist Andrea Kuratle sowie das Instrumentaltrio Agnes Byland und Luzi Müller (Violine) sowie Kunigund Blumer (Cello) - erwiesen sich als Könner: spieltechnisch perfekt, feinfühlig und ausdrucksstark. Bemerkenswert auch die farbige Registrierung und das souveräne Spiel des Organisten, der sonore Streicherklang und die dezente Vortragskultur im Ensemble.
Umrahmt wurde das Programm von zwei melodiösen Triosonaten von Vivaldi. Sie wurden in der Apsis gespielt, die anderen Kompositionen auf der Empore.
Bezaubernd die Leichtigkeit und das italienische Kolorit der «Sonata da Camera a tre» in g-Moll. Sehr eindrucksvoll wirk ten die bewegte Allemanda, das ariose Adagio und die klangschöne Gavotta. Bei Vivaldis zweiter Sonate überzeugten vor allem die lebendige Gestaltung und das südländische Flair der flotten Tanzsätze.
Als spezielle Highlights überzeugten die beiden populären Orgelkonzerte von Händel, die von den Streichern einfühlsam begleitet - durch Melodienreichtum, schillerndes Figurenwerk und Klangfarben-Kontraste faszinierten. Im Konzert HWV 295 wurden sogar vogelähnliche Spielfiguren (Kuckuck und Nachtigall) ins musikalische Geschehen mit einbezogen.
Musikalische Glanzlichter
Absolute musikalische Glanzlichter und Herzstücke des Programms waren Bachs berühmte «Piece d' Orgue» und dessen wunderschöne Triosonate Nr. 3 in G-Dur - ein polyphones Kunstwerk mit klangsinnlichen langsamen Sätzen und delikater Virtuosität im Vivace und Presto.
Die vollgriffige dreiteilige Orgel-Phantasie brachte der Organist - subtil registriert - in ihrer anspruchsvollen komplexen Polyphonie sehr wirkungsvoll zum Leuchten.
Das tief beeindruckte Publikum dankte mit überaus herzlichem Beifall.

(Appenzeller Zeitung, 17. September 2014 / Ferdinand Ortner )

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