Hauptversammlung 2001

Hauptversammlung mit Referat Martin Bauert
8. Februar 2001, 20:00
Restaurant "Löwen"

An der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung der Lesegesellschaft Dorf stand die Wahl von Annetta Schillig in den Vorstand und der Rückblick auf das Jahr 2000 im Zentrum. Im zweiten Teil des Abends referierte Martin Bauert über Pflanzen und Tiere an der Grenze zur Polarwüste in Spitzbergen.
Kurz nach 20Uhr eröffnete die Präsidentin Katharina Sutter die Hauptversammlung 2001 der Lesegesellschaft Dorf. Sie konnte die stattliche Zahl von 28 Mitgliedern willkommen heissen. Nach wenigen Worten der Einleitung wurden die Stimmenzähler gewählt, das Protokoll der Hauptversammlung 2000 verlesen, von der Versammlung genehmigt und verdankt.

Highlights im Jahr 2000: brillante Musik, Botanik und Zoologie, Appenzellerfest
Im ihrem Präsidenten-Bericht blickte Katharina Sutter zurück auf ein reich befrachtetes Jahr mit teilweise sehr gut besuchten Anlässen. Drei brillante Konzerte, organisiert von Barbara Bischoff und Arthur Sturzenegger, fanden im Verlauf der vergangenen Jahres ihre Aufführung. Werke von J. S. Bach, Zigeunermelodien von den Komponisten Dvorak, Janacek, Brahms und Martinu sowie ein Konzert von Ruedi Lutz mit Stimmführern seines Ensembles waren als musikalische Leckerbissen angesagt.
Am 22. März referierte Ruedi Widmer über „Orchideen in der Schweiz“ und im speziellen im Appenzellerland. Dieser Anlass wurde mit der Gruppe Rechtobler Natur zusammen durchgeführt. Zum Reptilienvortrag am 15. Juni waren auch Schülerinnen und Schüler eingeladen. Marcel Tschofen brachte uns diese doch verbreitet als eher unheimlich empfundenen Wirbeltiere mit eindrücklichen Lichtbildern und lebenden Exemplaren näher.
Nach der Sommerpause startete die LG mit den Veranstaltungen zum Appenzellerfest, die auch von der LG Dorf Rehetobel initiert und organisiert wurden. Sämtliche Lesegesellschaften wurden eingeladen, sich bei einem vielseitigen, ansprechenden Programm zu treffen.
Das Konzert am 1. September mit Tobler, Linke, Tanner wurde sehr gut besucht und die Zuhörer hatten bis auf eine Ausnahme alle Plaketten gekauft, was in Medien als nicht selbstverständlich beschrieben wurde. Am 2. September fand die politische Veranstaltung mit Regierungsrätin Alice Scherrer mit rund 20 Besuchern Interesse. Über die Hälfte waren Mitglieder der LG Bissau Heiden, die sich in ihrem Programm stark politisch engagieren mit ihrem Poli-tisch, an dem sie „Häädler-„ und Kantonalpolitik ins Visier nehmen. Auch Stefan Sonderegger - Sprachwissenschaftler – begeisterte das Publikum im vollen Saal des Restaurant Ochsen, Bühler am 3. September mit seinem humorvollen Referat über Appenzeller Mundart. Die Kontakte mit Mitgliedern anderer Lesegesellschaften war vielseitig und ein interessanter Austausch brachte neue Ideen und Elan. Sie sollen auch in Zukunft gepflegt werden.

Finanzielles und Wahlen
Nachfolgend erläuterte Kassier Michael Kunz die Rechnung der Lesegesellschaft. Auf Antrag von Revisor Marcel Baumgartner wurde dem Kassier wie auch dem Vorstand Décharge erteilt und die Arbeit mit Applaus verdankt. Der Mitgliederbeitrag wurde aufgrund der positiven Zahlen unverändert belassen.
Marketta Meiers langjährige Arbeit als Beisitzerin wurde von Katharina Sutter gewürdigt und mit einem kleinen Präsent verdankt. Als neues Mitglied wurde Annetta Schillig mit Applaus in den Vorstand gewählt. Katharina Sutter, Präsidentin, Michael Kunz, Kassier, Emanuel Hörler, Aktuar und die Revisoren Gabriela Scheiber und Marcel Baumgartner wurden anschliessend einstimmig bestätigt.
Nach einem kurzen Ausblick auf bereits geplante Anlässe im neuen Jahr schloss die Präsidentin den statuarischen Teil der Hauptversammlung mit einem Dankeschön an die Anwesenden.

Spitzbergen: Pflanzen und Tiere an der Grenze zur Polarwüste
Im zweiten Teil nahm uns Martin Bauert, promovierter Botaniker, mit nach Spitzbergen. Kompetent schilderte er uns Besonderheiten dieser Inselgruppe hinsichtlich Flora und Fauna sowie geografischer Lage und Geologie. Rund 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt profitiert Spitzbergen, wie übrigens auch Kontinentaleuropa, vom warmen Golfstrom. Er sorgt für ein relativ ausgeglichenes Klima mit einer Durchschnittstemperatur im Sommer von 4°C. Auf Meereshöhe ist die Flora vergleichbar mit derjenigen in den Hochalpen. Verschiedenste Steinbrecharten als Relikte aus der letzten Eiszeit sind zu finden, Wollgräser, Leinkräuter und Nelken oder der Zwerghahnenfuss, von dem auch in der Schweiz noch ein letzter Standort bekannt ist. 100 Meter über Meer ist bereits keinerlei Vegetation mehr zu finden, der Ausdruck Polarwüste ist in diesen Regionen eine gute Beschreibung. In 20°C-warmen Quellen sind wiederum dieselben Algen zu entdecken, die rundum den Globus in den entsprechenden Biotopen leben.
Eindrücklich waren auch die Erzählungen über Begegnungen mit Eisbären oder die zwischenmenschlichen Probleme, die sich in Extremsituationen während rund einem Monat und weitab jeglicher Infrastruktur ergeben können.
Die Versammlung bedankte sich mit einem herzlichen Applaus für das spannende Referat. Anschliessend wurde die Diskussion mit dem Referenten rege genutzt und dem aus der Löwenküche servierten eifrig zugesprochen.

Lesegesellschaft Dorf, 9038 Rehetobel, michael@mrkunz.ch