Konzert "la banda ANTIX"

Kammerorchester la Banda ANTIX
9. Februar 2008
19:00, Evangelisch- Reformierte Kirche

Aufführende

La banda Antix ist ein kleines Ensemble mit grossem Qualitätsanspruch und wird geprägt durch Exklusivität und Einmaligkeit, da sich die 18 bestqualifizierten Musiker in grossem Masse auch als Solisten und Kammermusiker präsentieren. In la banda ANTIX erfüllen sie sich ihren Wunsch nach einem Musizieren in einem Orchester, dem keine Grenzen gesetzt sind. Höchste Professionalität ist die Basis. Ebenso wichtig sind das gemeinsame Musizieren mit Kollegen sowie das Entdecken von musikalischem Neuland. La banda ANTIX ist erfüllt vom merklichen Enthusiasmus der Mitglieder, die bisherigen Konzerte bezeugen ein Musizieren, das höchsten Ansprüchen gerecht wird.
Ihr Repertoire reicht von der alten Musik, insbesondere Bach, bis zur zeitgenössischen Musik, wobei sie sich der historischen Aufführungspraxis verpflichtet fühlen. La banda ANTIX spielen auf modernem sowie originalem Instrumentarium. Darüber hinaus sind sie daran interessiert, zeitgenössischen Komponisten die Chance zu geben, ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren, ohne dabei künstlerische Kompromisse eingehen zu müssen. Es ist ihnen ein Anliegen, Musik auch den Menschen zu bringen, welche nicht selber an Orte des etablierten Konzertbetriebs kommen können. So geben la banda ANTIX z.B. auch Konzerte in Schulen, Altersheimen, Spitälern und Gefängnissen.
Im letzten Jahr wurde la banda ANTIX an das Schleswig-Holstein Musikfestival eingeladen sowie als Orchestra in residence inklusiver Programmgestaltung an das Raiffeisen Musikfestival Saas-Fee.

Das Orchester von la banda ANTIX
Violine: Igor Karsko, Pascal Druey, Christina Galatti, Patrizia Pacozzi, Marek Zwiebel
Viola: Regula Sager, Markus Wieser
Violoncello: Stefania Verità, Beat Feigenwinter
Kontrabass: Petar Naydenov
Oboe: Andrea Bischoff, Barbara Zumthurm-Nünlist
Cembalo: Paul Suits

www.la-banda-antix.ch


Igor Karsko
1969 in der Slowakei geboren. Studium bei K. Petroczi am Konservatorium Kosice. An der Musikakademie Prag Studium bei Jiri Tomasek; Abschluss mit Ehrendiplom. In Prag zudem Kammermusik- und Dirigierunterricht. 1991 Einladung von Lord Yehudi Menuhin an die Menuhin-Akademie Gstaad. Dort Studium bei Alberto Lysy und Lord Yehudi Menuhin. Er war Mitglied der Camerata Lysy und des Gustav Mahler Jugendsinfonieorchesters unter Claudio Abbado sowie 1. Konzertmeister der Staatlichen Philharmonie Kosice. Seit 1991 Mitglied des "The Serenade Strings Trios", welches u. a. erste Preise an den Internationalen Kammermusikwettbewerben von Caltanissetta 1991 und Trapani (I) gewann. Recitals, Solo- sowie Kammermusikkonzerte in ganz Europa. Radio und CD-Einspielungen für Gallo, Wiediscon, DRS 2 usw.
Seit 1993 1.Konzertmeister des Luzerner Sinfonieorchesters und Camerata Zürich, Gastkonzertmeister beim Zürcher Kammerorchester und Camerata Bern. Mitglied des Schweizer Nonets und Musiciens du Louvre mit Marc Minkowski.Gründungsmitglied des Barockensembles des LSO "La Gioconda" und Gründungsmitglied von "la banda ANTIX". Dozierender an der Musikhochschule Luzern.

Andrea Bischoff, Oboe
Lehr -und Orchesterdiplom bei Louise Pellerin in Zürich, Konzertdiplom und Solistendiplom mit Auszeichnung an der Musikhochschule in Freiburg im Breisgau bei Heinz Holliger. Verschiedene solistische und kammermusikalische Auftritte. Bis 1997 Solo-Oboistin im Schweizer Jugend Sinfonieorchester, seit 1997 Solo-Oboistin im Luzerner Sinfonieorchester. Mitglied des Schweizer Nonetts. 2005 Gründung der „la banda ANTIX". 2006 Mitbegründerin des Barockensembles „La Gioconda" des Luzerner Sinfonieorchesters. Seit 2004 intensive Beschäftigung mit Barockoboe.

Programm

Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Wassermusik „Hamburger Ebbe und Flut"
Grave / Sarabande "Die schlafende Thetis" / Bourée "Die erwachende Thetis"
Loure "Der verliebte Neptunus" / Gavotte "Spielende Najaden"
Harlequinade "Der scherzende Tritonus" / "Der stürmende Aeolus"
Menuet "Der angenehme Zephir" / Gigue "Ebbe und Fluth"
Canarie "Die lustigen Bots Leute"

Max Reger (1873-1916)
O Mensch bewein Dein Sünde gross

Alessandro Marcello (1669-1747)
Oboenkonzert d-moll
Andante e spiccato / Adagio / Presto

Antonin Dvorák (1841-1904)
Notturno H-Dur op.40 für Streichorchester

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Eine kleine Nachtmusik KV 525
Allegro / Romance Andante / Rondo Allegro

Bericht Appenzeller Zeitung

Ein Schwelgen in edlem Wohlklang - Kammer-Ensemble «La Banda ANTIX» und Solisten eröffneten Konzertsaison in Rehetobel
Mit klangschöner Barockmusik sorgte das Kammerorchester «La Banda ANTIX» am Samstagabend in der evangelischen Kirche für einen stimmungsvollen Auftakt der Rehetobler Konzerte des Jahres 2008. Unter dem motivierenden Dirigenten und souveränen Primgeiger Igor Karsko bewies das insgesamt dreizehn Musizierende zählende Kammerorchester hohe Qualität. Das homogene Streicherensemble - fallweise durch zwei Oboen und Cembalo komplettiert - beeindruckte mit engagiertem Spiel, rhythmischer Präzision, Klangkultur und differenziertem musikalische Vortrag.

Barocke Klangschönheit
Das Programm mit Kostbarkeiten deutscher und italienischer Barockmusik - vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert - bot dem aufmerksam lauschenden Publikum einen unbeschwerten Hörgenuss mit solistischer Brillanz. Die Zuhörer spürten, dass sich die Künstlerinnen und Künstler -von der feinsinnigen Musik erfüllt - bei den subtilen Interpretationen voll einbrachten und sich mit den Werken identifizierten. Man konnte in edlem Wohlklang und romantischen Gefühlswelten schwelgen.

Telemanns «Wassermusik»
Das Streicherensemble eröffnete das Konzertprogramm mit dem elegischen «O Mensch bewein Dein Sünde gross» von Max Reger (1873-1916), einem klangintensiven Liedsatz, der tiefe Traurigkeit ausdrückte. Eine farbige Palette volkstümlicher Melodik, leichtfüssiger Rhythmik und diverser galanter Stilelemente offenbarte Georg Philipp Telemanns (1681-1767) Wassermusik «Hamburger Ebbe und Flut». Die zehnsätzige Suite erwies sich als fröhliche gefühlsbetonte Programmmusik mit programmatischen Überschriften aus der Götterwelt der Antike und der Naturgewalten und offerierte historische Tanzformen wie Sarabande, Boure, Gavotte, Menuett und Gigue. Dem Kammerorchester gelang eine beeindruckende Aufführung dieser musikalischen Gustostückchen. Die Oboen, die gezielt eingesetzten Blockflöten und das Cembalo versprühten hellen Glanz, die Streicher vermittelten feine Stimmungen, aber auch schillernde Klangfarben.

Solo-Konzerte
Im Mittelpunkt des Abends standen solistische Highlights. Mit spieltechnischer Souveränität und sonorem Ton gestaltete der aus Bulgarien stammende Solobassist des Luzerner Sinfonieorchesters, Petar Naydenov, das frohbeschwingte Kontrabass-Konzert op. 3, Nr. 9, in D-Dur von Antonio Vivaldi (1678-1741). Bemerkenswert, mit welcher Leichtigkeit er die filigranen Passagen und Verzierungen - von Streichern und dem Cembalisten dezent begleitet - meisterte. Im munteren «Allegro»-Kopfsatz zelebrierte er das fröhliche Hauptthema besonders gefühlvoll. Im ariosen «Larghetto» berührte die einprägsame innige Kantilene tief. Beim übermütigen Finalsatz brillierte der Solist mit effektvoller Virtuosität.

Heimspiel für Andrea Bischoff
Ein Feuerwerk kantabler Melodik und figurenumrankter Läufe entfaltete die in Rehetobel aufgewachsene Solo-Oboistin des Sinfonieorchesters Luzern, Andrea Bischoff, beim Oboenkonzert in d-Moll von Alessandro Marcello (1669-1747). Sie kostete die blühende Melodik in nahtloser Korrespondenz mit dem Kammerensemble mit beseelter Tongebung und respektabler Phrasierungskunst empfindsam aus. Wunderschön vorgetragen die zarte, sehnsuchtsvolle Kantilene des «Adagio», brillant musiziert das kunstvolle Figurenwerk des virtuos anspruchsvollen «Presto»-Finales!

«Kleine Nachtmusik»
Einen passenden Abschluss des Konzertabends bildete Mozarts bezaubernde viersätzige «Kleine Nachtmusik» in G-Dur, KV 525, ein Inbegriff unbeschwert heiterer Serenadenmusik. Igor Karsko gestaltete mit seiner «La Banda ANTIX» eine solch lebendige Aufführung, dass die animierten Zuhörer mit stürmischem Beifall ein Mozart-«Andante» als Zugabe erklatschten. La Banda ANTIX: Solisten und Ensemble überzeugten mit Gestaltungskraft und Klangkultur.

(Ferdinand Ortner / Appenzeller Zeitung vom 12. Februar 2008)

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