Konzert "Brass Quintett"

Festliche Blasmusik mit dem Brass Quintett Luzern
24. Juni 2007
18:15, Evangelische-Reformierte Kirche

Aufführende

Lucerne Chamber Brass
Im Oktober 1999 an der Musikhochschule Luzern gegründet zählt das "Lucerne Chamber Brass" heute zu den bekanntesten Bläserensembles der Schweiz. Mit einer regen Konzerttätigkeit in verschiedensten Konzertreihen, Festivals, Radiostationen und Tourneen im In- und Ausland, in Zusammenarbeit mit Komponisten und Musikhochschulen setzt sich das Ensemble zum Ziel, die Bekanntheit von Blechbläser Kammermusik zu steigern, zu deren weiteren Entwicklung beizutragen und einem breiten Publikum zu präsentieren.
Wichtige Meilensteine in der Geschichte des Ensembles waren: November 2000: Das LCB gewann den Ensemble-Förderpreis der Musikhochschule Luzern, der mit einem Studienaufenthalt an der Northwestern University in Evanston/Chicago verbunden war. Dort durfte das Quintett mit renommierten Musikern wie Rex Martin, Charles Geyer, Gail Williams und Michael Mulcahy zusammenarbeiten.
Oktober 2001: Preisträger am internationalen Jan Koetsier-Wettbewerb für Blechbläser-Kammermusik in München. Drei Monate später wurde dem Ensemble der Mozart-Preis 2002 der Axelle und Max Koch-Kulturstiftung verliehen. Zum ersten Mal wurde dieser Preis einem Blechbläserensemble verliehen.
Unter dem Titel "Dancisca" nahm das LCB im Juli 2003 beim Label Sony eine erste CD auf. Diese CD beinhaltet Tanzmusik aus der Renaissance bis hin zur Moderne.
August 2003: Eröffnung der "Lucerne Festival Preview Academy". Auch im August 2004 gastierte das Quintett am "Lucerne Festival" mit dem Eröffnungskonzert in der "Début"-Konzertreihe.
Als bestes Blechbläserquintett erreichte das LCB im Oktober 2003 den 3. Rang am "Concours international Philip Jones" in Guebwiller, Frankreich. Im Oktober 2004 wurde dem Ensemble am internationalen Wettbewerb für Blechbläser Kammermusik in Passau, Deutschland ein Förderpreis verliehen.
Januar 05 bis August 05: Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Luzern mit dem Ziel der Erforschung und Wiedergabe Schweizer Volksmusik aus dem 19. Jh. "Uraufführung" der Ergebnisse mit grossem Erfolg am "Festival Alpentöne" in Altdorf mit einer Direktübertragung auf Schweizer Radio DRS 2.
Oktober 2005: LCB spielt durch die Vermittlung der Schweizer Botschaft in Tunis drei Konzerte in Tunesien.
Im Dezember 2005 debütierte das Ensemble in der renommierten und als "besten Kammermusiksaal der Welt" bezeichneten "Wigmore Hall" in London.
LCB spielt das Weihnachtskonzert 2005 im Radio Studio Zürich mit Live-Übertragung auf Radio DRS 1.
Am 1. August 2006 tritt LCB in der Gala-Sendung vom Schweizer Fernsehen auf.
LCB konzertiert am "World Band Festival" 2006 in Luzern

www.chamberbrass.ch

Programm

Tielman Susato Suite aus „Danserye" (1551)
arr. B. Hubatka

Henry Purcell Suite aus „The Fairy Queen" (1692)
arr. B. Hubatka

Kurt Weill Dreigroschenmusik
Moritat vom Mackie Messer
am M. Saurer Ballade vom angenehmen Leben
Tango - Ballade
Kanonensong

Dmitri Shostakovich Jazz Suite
(1906 -1975) Polka
arr. B. Hubatka/J. Stone Walzer
Galopp

Leonard Bernstein Selections from 'West Side Story'
(1918 - 1990) Somethings Coming — Maria — Tonight — America
arr. J. Gale

Trad. Bauernmusik revisited
arr. U. Pfister Aennet dem Klausenpass (Josef Denier)
Rosenzeit (Jost Ribary sen.)
Mazurka (Marcel Tschopp)
Schält — Schottisch (Gabriel Käslin)

Bericht Appenzeller Zeitung

Spielkultur und Klangschönheit - «Lucerne Chamber Brass» präsentierte in Rehetobel hochkarätige Tanzmusik für Blechbläser
Mit dem Auftritt eines der bekanntesten Bläserensembles der Schweiz, dem «Lucerne Chamber Brass», vermittelten die Veranstalter der Konzerte in Rehetobel am Sonntagabend dem nicht sehr zahlreichen Publikum ein delikates Konzertevent. Dieses Bläserensemble bot eine begeisternde Demonstration hochkarätiger Blechbläser-Kammermusik verschiedener Epochen und Stilrichtungen – speziell ausgewählte konzertante Tanzmusik. Es war ein Genuss, wie berührend und bewegend, begeisternd und mitreissend diese jungen Künstler musizierten.

Barockmusik bis Musical
Das Programm spannte einen Bogen von Renaissance und Barock zu Jazz und Musicals des 20. Jahrhunderts. Es fehlte aber auch traditionelle Schweizer Bauernmusik nicht. Sie wurde in neuen zeitgemässen Bearbeitungen präsentiert. Interessant waren Gegenüberstellung und Vergleich zwischen der zu ihrer Zeit hoch geschätzten Suiten- und Ballettmusik an den europäischen Fürstenhöfen (16.–18. Jh.) mit der bunten jazzigen Tanzmusik der Moderne. Dieses attraktive Programm präsentierte das «Lucerne Chamber Brass»-Quintett dem Publikum in effektvollen Arrangements in souveräner Manier.

Hervorragende Musiker
Erstklassig wie das Programm, die Präsentation und die musikalische Effizienz waren auch die Musiker: Basil Hubatka und Martin Bieri (Trompete), Philipp Schulze (Horn), Pirmin Rohrer (Posaune) und Daniel Schädeli (Tuba). Sie alle haben das Konzertdiplom mit Auszeichnung erworben, studierten unter anderem an der Musikhochschule Luzern und sind heute als Mitglieder und Solisten namhafter Ensembles und Orchester gefragt.
Beeindruckend war schon zu Beginn des Konzertes, mit welcher Spielfreude und -kultur, Klangschönheit und rhythmischer Präzision das Ensemble die zum Teil sehr anspruchsvollen Vortragsstücke interpretierte. Die Künstler – seit 1999 Quintett-Partner – überzeugten sowohl im nahtlosen Ensemblespiel wie auch durch Virtuosität. Für wesentliche solistische Akzente sorgten der Trompeter Basil Hubatka – er führte auch durch das Programm – und der Hornist Philipp Schulze. Doch auch die kongenialen Partner konnten sich entsprechend in Szene setzen.

Mitreissende Interpretationen
Im ersten Teil des Abends erfreuten Harmonie und Klangschönheit der Barockmusik, im zweiten Teil mitreissende Jazzklänge und erregender Rhythmus. Auf die einleitende fünfsätzige Suite aus «Danserye» von Tielman Susato (1500–1561/64) – fein differenziert gestaltet – folgte als Ohrenschmaus die komödiantische Ballett-Suite aus «The Fairy Queen» des «Shakespeare»-Komponisten Henry Purcell (1659–1695), ein pompös-leuchtendes Feuerwerk an Koloraturen, korrespondierenden Stimmen und Tanzrhythmen.
Bei den Titeln «Mackie Messer», «Ballade vom angenehmen Leben» und «Kanonensong» aus der «Dreigroschenoper» von Kurt Weill (1900–1950) überbrückte das Quintett mit einer spannungsvollen Interpretation die Grenze zwischen der E- und U-Musik überzeugend.
Mit bekannten Melodien der «Jazz-Suite» von Dmitrij Schostakowitsch (1906–1975) und vor allem bei den Welthits eines «West-Side-Story»-Medleys von Leonard Bernstein (1918–1990) konnten sich die Musiker in packenden Arrangements auch solistisch profilieren.
Nach der flotten Schlussnummer «Bauernmusik revised», die auf einem Schweizer Volksmusik-Forschungsprojekt basierte und Volkstänze in modernen Arrangements umfasste, bedankte sich das Quintett mit einer noblen Geste für den herzlichen Beifall. Das Ensemble spielte als Zugaben einen Galopp und ein besinnliches Lied aus dem Repertoire (1854!) der Musikgesellschaft Hundwil.

(Autor: Ferdinand Ortner / Quelle: Appenzeller Zeitung, 27. Juni 2007)

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