Lesung Petra Ivanov

Lesung Petra Ivanov "Tote Träume"
7. Mai 2006
10:30 Uhr, Restaurant "Alte Post"

Mit dem Erscheinen des ersten Kriminalromans «Fremde Hände» (2005) ist der Autorin Petra Ivanov ein fulminanter Start als Buchautorin gelungen: Die erste Auflage war in wenigen Wochen verkauft und für kurze Zeit schaffte es die Autorin mit ihrem Titel sogar in die Liste der bestverkauften Bücher der Schweiz.
Nun liegt der zweite Band «Tote Träume» vor, bei dem Bezirksanwältin Regina Flint und Kriminalpolizist Bruno Cavalli wiederum gemeinsam ermitteln. Der Roman erzählt von Vorurteilen und Einsamkeit, schwelender Liebe und unerfüllten Wünschen. In der Brandruine einer Asylunterkunft in Zürich wird die Leiche von Thok Lado, einem Asylsuchenden aus dem Sudan, gefunden. Erste Untersuchungen des Rechtsmediziners ergeben, dass der junge Mann bereits vor Brandausbruch tot war.
Kriminalpolizist Bruno Cavalli ist überzeugt, dass der Schlüssel zum Täter über das Opfer gefunden werden muss. Bezirksanwältin Regina Flint, die die Untersuchung leitet, verlangt jedoch dort anzusetzen, wo die ersten Spuren hinführen: zur zwielichtigen Gestalt des Pfarrers. Bei ihm haben die anderen Menschen der abgebrannten Asylunterkunft Aufnahme gefunden. Einige im Quartier als Ausländerhasser bekannte Jugendliche gehen in diesem Pfarrhaus ein und aus. Darunter auch Cavallis Sohn, der plötzlich als Verdächtiger gilt. Bruno Cavalli muss den Fall abgeben. Regina Flint hat sich und ihre Arbeit als gradlinige Anwältin in Chefposition gerne im Griff und ist stets um Korrektheit bemüht. Obwohl sie gedacht hat, ihre Liebe zum charismatischen Cavalli gehöre endgültig der Vergangenheit an und sie habe diese mit Vernunft gelöscht, glimmt sie in «Tote Träume» immer wieder auf. Was sich liebt, das neckt sich, und beide könnens nicht lassen, ständig mit spitzer Zunge das Tun des andern zu kommentieren.
Petra Ivanov thematisiert in ihrem zweiten Krimi aktuelle Tagespolitik – unter anderem die Verschärfung im Asylbereich in der Schweiz –, die sorgfältig recherchiert in den Text einfliesst. Wie alt war der junge Mann aus dem Sudan wirklich? Hatte er das 18. Lebensjahr überschritten oder nicht? Je nachdem hat er als Asylsuchender andere Rechte in der Schweiz. Welche Vorstellungen nach einem besseren Leben begleiten
Im Jahre 1837 wird Jakob Hohl zum Landschreiber von Appenzell Ausserrhoden gewählt. Nach acht Jahren ist er der Landsgemeinde zu mächtig geworden, er wird abgewählt und zieht in seine Heimatgemeinde Grub. Dort betreibt er nach neuesten Grundsätzen Landwirtschaft, wird Buchhalter der kantonalen Assekuranzverwaltung, Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft des Landes, Posthalter, Gemeindehauptmann und Mitglied des Grossen Rates.
Jakob Hohl ist ein Mann des öffentlichen Lebens. Zu Hause allerdings steht seine Frau Beth Schläpfer im Mittelpunkt der Familie. Sie bringt zwölf Kinder zur Welt und führt nach dem frühen Tod ihres Mannes und drei ihrer Kinder die immer noch grosse Familie mutig durch die Wirrnisse des Lebens.
Walter Züst erzählt eine dramatische Familiengeschichte und zeichnet ein opulentes Sittengemälde des 19. Jahrhunderts. Er zeigt dabei, wer die wahren Heldinnen jener harten, vom Nervenfieber geplagten Zeit waren: Die Frauen, die in Haus und Hof zum Rechten sahen.

erschienen im Appenzeller Verlag

Lesegesellschaft Dorf, 9038 Rehetobel, michael@mrkunz.ch