Referat AHV

Referat "Ist die AHV noch bezahlbar?"
25. September 2003
20:15 Uhr, Restaurant "Löwen"

Zeitungsbericht

Ivo Müller sprach über die Zukunft der AHV
Auf Einladung der Lesegesellschaft Dorf stellte sich Nationalratskandidat Ivo Müller im Restaurant Löwen, Rehetobel, vor und sprach über die AHV und andere wichtige Anliegen.
Ivo Müller spannte den Bogen von der weiten, offenen Sicht von Rehetobel auf Alpstein und See hin zu der in der übrigen Schweiz oft verkannten Weitsicht der appenzellischen Bevölkerung, einer Sicht, die auf verschiedenen Ebenen in Bern zu vertreten sei. So sei auch die AHV, die 1948 eingeführt wurde, eine weitsichtige Versicherung. Müller zitierte den Zweck-Artikel der Bundesverfassung, in dem der Gedanke der möglichst grossen Chancengleichheit unter den Bürgerinnen und Bürgern festgehalten ist.

Solidarität ist wichtig
Der Nationalratskandidat betonte die Wichtigkeit der Solidarität, besonders auch im Zusammenhang mit dem flexiblen Rentenalter. In einigen Berufen brennen die Arbeitenden früher aus als in andern, wo es oft noch möglich sei, weit über das heutige AHV-Alter hinaus tätig zu sein. Durch die Kürzungen bei den Witwenrenten und der Erhöhung des AHV-Alters bei den Frauen wurden 800 Millionen Franken gespart, welche für die Flexibilisierung des Rentenalters eingesetzt werden könnten. Eine solche Flexibilisierung komme dann gerade auch den Frauen wieder zugut.

Rentnerzahl wird sinken
In den Jahren 2010 bis 2040 treten die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Trotz des höheren Lebensalters der Menschen wird nach 2035 die Zahl der Rentner wieder sinken. Müller schlägt zur Finanzierung Beiträge aus der Mehrwertsteuer, den Gewinnen der Nationalbank und eine Erhöhung der Tabaksteuer auf das Niveau unserer Nachbarländer vor. Mit diesen Vorschlägen könne das demographische Problem der AHV ohne Neuverschuldung gelöst werden. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass trotz gleich bleibendem Beitragssatz von 5,05 Prozent und einer Zunahme des Rentneranteils von 60 Prozent die AHV nicht gelitten hat. Ivo Müller äusserte sich auf Fragen aus dem Publikum auch zu anderen Themen. So zum Beispiel zur IV, welche in den letzten zehn Jahren eine grosse Steigerung der Zahl der Rentenbezüger hat hinnehmen müssen. Der Grund dafür liege vor allem darin, dass die IV immer mehr Renten an Arbeitnehmende ausbezahle, die in den Unternehmen nicht mehr beschäftigt werden können. Eine neue gesetzliche Regelung sei bei diesem Problem vonnöten. (pd)

(Appenzeller Zeitung, 2.10.2003)

Lesegesellschaft Dorf, 9038 Rehetobel, michael@mrkunz.ch